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Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und die IFRS for SME

Eine adressatenorientierte Analyse mittelständischer Rechnungslegung

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Ahmet Yilmaz

Mit dem BilMoG hat der deutsche Gesetzgeber das reformierte Handelsgesetzbuch gezielt als Gegenentwurf zum International Financial Reporting Standard for small and medium-sized entities positioniert. Die IFRS for SME richten sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen, die auch der deutsche Gesetzgeber im Sinn hat, wenn er mit dem BilMoG das bewährte HGB-Bilanzrecht zu einer dauerhaften und im Verhältnis zu den internationalen Standards vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative entwickeln will. Vor diesem Hintergrund analysiert die Arbeit kritisch, ob und inwieweit der deutsche Gesetzgeber den im Kontext der Rechnungslegung relevanten Interessen und Bedürfnissen des Mittelstandes tatsächlich besser gerecht wird als die IFRS for SME. Die Beantwortung dieser Forschungsfrage erfolgt unter Rückgriff auf die Prinzipal-Agent-Theorie.

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III. Grundlagen und Entwicklungen der Rechnungslegung im Mittelstand

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39 III. Grundlagen und Entwicklungen der Rechnungslegung im Mittelstand 1. Prinzipal-Agent-Theorie im Kontext der Rechnungslegung Mit Blick auf den weiteren Gang der Untersuchung werden im Folgenden zu- nächst agencytheoretische Überlegungen vorangestellt. Zunächst erfolgt ein Rückgriff auf die neo-institutionalistischen Forschungsansätze, um hierauf auf- bauend die Grundzüge der Prinzipal-Agent-Theorie darzustellen. Sodann werden die Funktionen der Rechnungslegung im agencytheoretischen Kontext hinter- fragt. 1.1. Die neo-institutionalistischen Forschungsansätze Die neoklassische Theorie1, die den „Hauptstrom der wirtschaftswissenschaftli- chen Forschung in den Jahren 1870-1930“2 bezeichnet, ist in besonderem Maße vom „Marktgleichgewichtsdenken“3 geprägt.4 Dieses impliziert weitreichende Annahmen, wie z.B. die Fiktionen vollkommener Konkurrenz und vollständiger Markttransparenz. Charakteristisch für das neoklassische Forschungsprogramm ist u.a. die Hypothese eines vollständigen sowie exogenen Wissensbestandes.5 Aufgrund dieser realitätsfernen Annahmen ist die Neoklassik jedoch nicht in der Lage, reale Phänomene zu erklären.6 Ihre Schwäche liegt insbesondere „in ihrer Institutionenneutralität bzw. ihrer Tendenz, eine ernsthafte Beschäftigung mit institutionellen Nebenbedingungen und Transaktionskosten eher zu vermei- den.“7 Die Neue Institutionenökonomik knüpft an diesen Aspekten an und kann 1 Vgl. zur Neoklassik m.w.N. JANSEN, H. (2005), S. 49-64. 2 JANSEN, H. (2005), S. 50. 3 JANSEN, H. (2005), S. 55. 4 Vgl. SCHNEIDER, D. (2001), S. 352. 5 Vgl. JANSEN, H. (2005), S. 55, 58. 6 Vgl. zu den Grenzen des neoklassischen Forschungsprogramms JANSEN, H. (2005), 62 f. 7 RICHTER, R.; FURUBOTN, E. G.; STREISSLER, M. (2003), S. 2. 40 III. Grundlagen und Entwicklungen der Rechnungslegung...

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