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Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und die IFRS for SME

Eine adressatenorientierte Analyse mittelständischer Rechnungslegung

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Ahmet Yilmaz

Mit dem BilMoG hat der deutsche Gesetzgeber das reformierte Handelsgesetzbuch gezielt als Gegenentwurf zum International Financial Reporting Standard for small and medium-sized entities positioniert. Die IFRS for SME richten sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen, die auch der deutsche Gesetzgeber im Sinn hat, wenn er mit dem BilMoG das bewährte HGB-Bilanzrecht zu einer dauerhaften und im Verhältnis zu den internationalen Standards vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative entwickeln will. Vor diesem Hintergrund analysiert die Arbeit kritisch, ob und inwieweit der deutsche Gesetzgeber den im Kontext der Rechnungslegung relevanten Interessen und Bedürfnissen des Mittelstandes tatsächlich besser gerecht wird als die IFRS for SME. Die Beantwortung dieser Forschungsfrage erfolgt unter Rückgriff auf die Prinzipal-Agent-Theorie.

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V. Kritische Analyse ausgewählter Fragestellungen und Vergleich der Rechnungslegungssysteme

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205 V. Kritische Analyse ausgewählter Fragestellungen und Vergleich der Rechnungslegungssysteme 1. Umgekehrte Maßgeblichkeit 1.1. Vergleich der Abbildung zwischen HGB a.F. und HGB n.F. Der in § 5 Abs. 1 S. 1 EStG kodifizierte Grundsatz der Maßgeblichkeit bestimmt die Gültigkeit der handelsrechtlichen GoB für Zwecke der steuerlichen Gewinn- ermittlung, soweit es keine steuerlichen Vorschriften gibt, wie etwa diejenigen des § 5 Abs. 2 bis 5 EStG sowie der Bewertungsvorbehalt des § 5 Abs. 6 EStG, die vorrangig zu beachten sind. Seit 19901 bestimmte § 5 Abs. 1 S. 2 EStG a.F. hingegen, dass steuerrechtliche Wahlrechte bei der Gewinnermittlung zwingend in Übereinstimmung mit dem handelsrechtlichen Jahresabschluss auszuüben waren. Diese sog. formelle bzw. umgekehrte Maßgeblichkeit regelte damit im bisherigen Recht die Abhängigkeit der Handels- von der Steuerbilanz.2 Bei den steuerrechtlichen Wahlrechten, die die Anwendungsfälle für die umge- kehrte Maßgeblichkeit darstellten,3 steht grundsätzlich der steuerpolitische Be- günstigungs- und Lenkungszweck4 anstelle des Fiskalzwecks der Besteuerung im Vordergrund.5 Der Grundsatz der umgekehrten Maßgeblichkeit verlangte für die Inan- spruchnahme steuerpolitischer Begünstigungen die Berücksichtigung der ent- sprechenden Wertansätze über die handelsrechtlichen Öffnungsklauseln (§§ 247 Abs. 3, 254, 273, 279 Abs. 2, 280 Abs. 2, 281 HGB a.F.) in der Handelsbilanz. 1 Vgl. Wohnungsbauförderungsgesetz vom 22.12.1989, BStBl I 1989, S. 505. 2 Vgl. THEILE, C.; HARTMANN, A. (2008), S. 2031 m.w.N. 3 Vgl. DETTMEIER, M. (2009), S. 3485. Zu den wichtigsten Anwendungsfällen gehörten die Rein- vestitionsrücklage nach § 6b EStG, die Ersatzbeschaffungsr...

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