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Einführung in die Übersetzungskultur

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Maria Krysztofiak

Dieses Buch richtet sich an Übersetzungswissenschaftler, Studenten der Kulturwissenschaften und Übersetzer von Literatur und medialen Kunstwerken. Es eröffnet eine synthetisierende Überlegung zum Stand der Übersetzungswissenschaft und ist als Nachschlagewerk und Wegweiser zur Methodologie der Übertragungen von Kunsttexten gedacht. Kunsttexte werden dabei verstanden als literarische Narrationen, essayistische Beiträge zur Philosophie, Theologie, Kunst und Publizistik, literarisierte Reportagen und jede Art von medialen Texten für Theater, Film und Internet, die sich in einer Kunstform vergegenwärtigen und den Gesetzen der Ästhetisierung der Sprache folgen. Im Fokus des Buches stehen die Theorie und Praxis der drei grundlegenden Translations-Codes – des semantischen, des kulturgeschichtlichen und des ästhetischen –, deren Anwendung zum Gelingen der Arbeit des Übersetzers beitragen kann. Darüber hinaus werden auch Diskurse zur Übersetzungsrezeption und Übersetzungskritik dargestellt.

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III. Werk und Übersetzung

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1. Poetologische Identität des Originaltextes und Kreativität der Übersetzung Die Frage nach der poetologischen Identität kann man so gut wie bei jedem literarischen Kunstwerk stellen. Es gibt jedoch Fälle, in denen sie auch grundlegend für die Vermittlung des Werkes in eine andere Kultur sein kann. Dann betrifft sie außer der Konstitution des Originalwerkes auch die Probleme seiner sprachlichen und semiotischen Umsetzung, da der Ausgangstext neben dem ursprünglichen Verfasser noch einen zweiten Autor, nämlich den Übersetzer, bekommt. Die Aufgabe der Übersetzungskritik ist es dann, zwischen den Verdiensten des Verfassers und dem Autor der Kopie zu unterscheiden, da man beiden ihren kreativen Einfluss auf das übersetzte Resultat nicht absprechen darf. Diese doppelte Autorschaft betrifft insbesondere Werke, die sich in ihrer Architektur, Struktur und ihrem inneren Ton von anderen Texten besonders deutlich abheben. In solchen Fällen lastet auf den Verlegern und auf den für die Erscheinung der Übersetzung zuständigen Kulturgremien die sorgfältige Aufgabe der Auswahl eines einfühlsamen und literarisch talentierten Übersetzers. In der Vorüberlegung zu dieser Entscheidung sollte man auch die intellektuellen Fähigkeiten des künftigen Übersetzers in Betracht ziehen, zu überlegen ist, ob von dem Übersetzer neben der Bereitschaft auch eine innere poetologische oder allgemein aufgefasst ästhetische Verwandtschaft erwartet werden darf. Sollte der Übersetzer, um sich der Aufgabe kreativ zu stellen, zugleich ein Schriftsteller bzw. schreibender Autor schlechthin sein? Die Geschichte der Übersetzung kennt überzeugende Ansätze, die anhand von Einzelfällen erläutert worden sind. Die...

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