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Ludwig Bechstein: Die kleinen Novellen und die Erzählungen

Inhalte – Kommentare – Materialien

Susanne Schmidt-Knaebel

Ludwig Bechstein (1801 bis 1860) ist heute vor allem durch seine Märchen- und Sagenadaptationen bekannt. Er hat aber auch zahlreiche Romane und Erzählungen geschrieben, von denen nicht wenige zu seinen Lebzeiten äußerst erfolgreich waren. Diese Studie ist denjenigen Texten gewidmet, die der Autor selbst als seine kleinen Novellen bezeichnet. Mit einer interdisziplinären Methode, die Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft um die einer Linguistik literarischer Texte ergänzt, wird für jede Novelle ein dreiteiliger Kommentar erstellt. Er besteht aus einer Inhaltsangabe, der Beschreibung der semantischen und syntaktischen Besonderheiten und einer Zusammenstellung der zeitgenössischen, beziehungsweise – falls vorhanden – moderneren Kritik. Besonderes Gewicht wird dabei auf die Frage nach den Quellen der einzelnen Texte und deren Bezügen zu anderen Teilen des Gesamtwerks gelegt. So lassen sich frühe von mittleren und späten Texttypen unterscheiden, und diejenigen Rezensenten werden widerlegt, die Bechstein jede Entwicklung in Bezug auf seine erzählende Prosa abgesprochen haben. Ferner lassen sich die Fremdanteile in drei postum veröffentlichten letzten Novellen identifizieren.

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4 Novellen und Phantasieblüthen (1835)

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Zwei Teile. Leipzig (Friedrich August Leo). Teil 1 enthält die Titel Der Astralgeist, Der Albino, Der Rabe und Der Versöhner, Teil 2: Fanny, Der Herr Gevatter und Der Gehülfe zum König Salomo. Der Volltext des ersten Bands steht als eBook unter http://books.google.de im Internet zur Verfügung. In den Novellen und Phantasieblüthen ist die wachsende Bedeutung der Volkssage als Vorlage zu beobachten, man vergleiche Der Rabe, Der Albino und Der Herr Gevatter. Zum Texttyp der frühen Bechstein-Novelle insgesamt vgl. das Nachwort. Boost (1925, 107) geht davon aus, dass die meisten der PhanBl-Texte in Bechsteins Münchner Zeit (1830/1) entstanden sind; die Erscheinungsdaten der drei in diesem Bestand vorhandenen Journalfassungen bestätigen diese Einordnung. 4.1 (= PhanBl I,1, 3-58, 55 Seiten) Der Astralgeist Zuerst unter dem Titel Der Astral-Geist. Ein Nachtstück in Carl Spindler (Hg.): Zeitspiegel. Wöchentliche Lieferungen aus dem Gebiete der Romantik, der Kunst, der Geschichte, und des Lebens. München (Michael Lindauer’sche Verlagsbuchhand- lung) 1832. 2. Jahrg. 4. Band, 1-34. Die beiden Fassungen sind bis auf Druckfehler und orthographische Details identisch. Ein Abgleich zeigt, dass die Wendung der Druckfassung „in dem kleinern Häuschen“ (42) lauten muss: „in dem kleinen Häu- schen“ (Journalfassung 25). Inhalt: 1. Das Geschehen vollzieht sich im Paris des 16. Jahrhunderts. Die junge Julion kniet zum Gebet in der Kathedrale Notre-Dame, lüstern betrachtet von dem Herzog Henry von Guise, der seinem Se- kretär Bordalone und dem Diener Jeangris befiehlt, ihm die schöne...

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