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Ludwig Bechstein: Die kleinen Novellen und die Erzählungen

Inhalte – Kommentare – Materialien

Susanne Schmidt-Knaebel

Ludwig Bechstein (1801 bis 1860) ist heute vor allem durch seine Märchen- und Sagenadaptationen bekannt. Er hat aber auch zahlreiche Romane und Erzählungen geschrieben, von denen nicht wenige zu seinen Lebzeiten äußerst erfolgreich waren. Diese Studie ist denjenigen Texten gewidmet, die der Autor selbst als seine kleinen Novellen bezeichnet. Mit einer interdisziplinären Methode, die Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft um die einer Linguistik literarischer Texte ergänzt, wird für jede Novelle ein dreiteiliger Kommentar erstellt. Er besteht aus einer Inhaltsangabe, der Beschreibung der semantischen und syntaktischen Besonderheiten und einer Zusammenstellung der zeitgenössischen, beziehungsweise – falls vorhanden – moderneren Kritik. Besonderes Gewicht wird dabei auf die Frage nach den Quellen der einzelnen Texte und deren Bezügen zu anderen Teilen des Gesamtwerks gelegt. So lassen sich frühe von mittleren und späten Texttypen unterscheiden, und diejenigen Rezensenten werden widerlegt, die Bechstein jede Entwicklung in Bezug auf seine erzählende Prosa abgesprochen haben. Ferner lassen sich die Fremdanteile in drei postum veröffentlichten letzten Novellen identifizieren.

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8 Ein deutscher Abenteurer (1851)

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In: Der deutsche Pilger durch die Welt. Ein unterhaltender und lehrreicher Volkska- lender für alle Länder deutscher Zunge auf das Jahr 1851. 10. Jahrg. Stuttgart (Hall- berger’sche Verlagshandlung) 1851 (33-57, 24 Seiten). Inhalt: Nachdem ein Rahmen-Erzähler die nachfolgende Geschichte kommentiert hat, beginnt der Titelheld von seinen Jugendschicksalen zu berichten. Nach der Lektüre des Robinson zieht es ihn aus dem Hause seiner Stiefmutter fort und nach Hamburg, wo Verwandte ihn in der Braunwaldschen Wein- handlung unterbringen. Der Härte des Dienstes unter dem fühllosen Prinzipal ist der junge Mann jedoch nicht lange gewachsen; er kündigt, kann noch eine Weile von dem gesparten Geld leben und befindet sich dann in einer Notsituation. Doch kann er bald eine neue Stelle in der Weinhandlung Ahlers antreten. Er übernimmt für seinen neuen Herrn selbständig die Führung einer Weinstube, bringt den Umsatz in die Höhe und freut sich über die finanzielle Anerkennung, mit der sein Einsatz belohnt wird. Doch mit der zänkischen Frau des Großhändlers gerät der aufbrausende Kellner im- mer wieder aneinander. Eines Tages steigert sich der Streit derart, dass der Ich-Erzähler kündigt und mit dem Ersparten im Frühjahr 1806 auf Weltreise geht. Sein erstes Ziel ist Bremen, und auf dem Weg dorthin trifft er Karl Pranner, einen jungen Hand- lungsgehilfen, dem er sich in Freundschaft verbindet. Da dieser in Bremen keine Anstellung findet, verzichtet der Erzähler auf sein eigenes Stellen-Angebot und folgt dem Freund, der sein...

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