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Ludwig Bechstein: Die kleinen Novellen und die Erzählungen

Inhalte – Kommentare – Materialien

Susanne Schmidt-Knaebel

Ludwig Bechstein (1801 bis 1860) ist heute vor allem durch seine Märchen- und Sagenadaptationen bekannt. Er hat aber auch zahlreiche Romane und Erzählungen geschrieben, von denen nicht wenige zu seinen Lebzeiten äußerst erfolgreich waren. Diese Studie ist denjenigen Texten gewidmet, die der Autor selbst als seine kleinen Novellen bezeichnet. Mit einer interdisziplinären Methode, die Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft um die einer Linguistik literarischer Texte ergänzt, wird für jede Novelle ein dreiteiliger Kommentar erstellt. Er besteht aus einer Inhaltsangabe, der Beschreibung der semantischen und syntaktischen Besonderheiten und einer Zusammenstellung der zeitgenössischen, beziehungsweise – falls vorhanden – moderneren Kritik. Besonderes Gewicht wird dabei auf die Frage nach den Quellen der einzelnen Texte und deren Bezügen zu anderen Teilen des Gesamtwerks gelegt. So lassen sich frühe von mittleren und späten Texttypen unterscheiden, und diejenigen Rezensenten werden widerlegt, die Bechstein jede Entwicklung in Bezug auf seine erzählende Prosa abgesprochen haben. Ferner lassen sich die Fremdanteile in drei postum veröffentlichten letzten Novellen identifizieren.

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11 Volks-Erzählungen (1853)

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Altenburg (H.A. Pierer) o.J.286 Die beiden Novellen VoErz 1 und 2 bilden zusammen mit der Anthologie des Übergangs Aus Heimath und Fremde (1839), den drei Einzel- novellen Ein lustiger Kaufhandel (1850), Ein deutscher Abenteurer (1850) und Ein Pfarrleben aus dem dreißigjährigen Krieg (1851), den beiden Texten aus den Perlen (1850) und der umfangreichsten Novellensammlung dieser Schicht: Hainsterne (1853) den Gesamtbestand der kleinen Novellen aus Ludwig Bechsteins mittlerer Schaffenszeit. Zum Texttyp der mittleren Bechstein-Novelle insgesamt vgl. das Nachwort. Die Volks-Erzählungen waren als Reihe konzipiert (VI), doch sind weitere Bände nicht erschienen. Der Volltext steht auch als Reprint im Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza (Taschenbuch) zur Verfügung. Titel und Vorwort der Anthologie zeigen, dass Bechstein nach seiner ersten politi- schen Novelle Die Kinder der Zeit (PerlT 2, 1851) als ein politisierter Autor weiter- arbeiten wollte, man vergleiche den differenzierenden Volksbegriff: „Es ist eine Be- leidigung des Volkskernes, deren manche Schriftsteller sich schuldig machen, wenn sie sich bemühen, zu einer Klasse, die nie liest, herabzusteigen, gemein zu schreiben, und den verständigen Bürger und Landwirth mit den Rüpeln der Branntweinschen- ken, und der begrifflosen Hefe der Bevölkerung auf eine Stufe stellen“ (IV). Auf zwei kommentierende Inhaltsangaben der beiden Novellen folgt hier ein weiterge- hendes Bekenntnis zu einem am wirklichen Leben orientierten Erzählen: „so wird immer darauf Bedacht genommen werden, aus dem Leben und nach dem Leben zu schildern, mit kräftigen Zügen und mit treuen Farben“ (VI). Die Wendung ,nach dem Leben’ taucht...

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