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Ludwig Bechstein: Die kleinen Novellen und die Erzählungen

Inhalte – Kommentare – Materialien

Susanne Schmidt-Knaebel

Ludwig Bechstein (1801 bis 1860) ist heute vor allem durch seine Märchen- und Sagenadaptationen bekannt. Er hat aber auch zahlreiche Romane und Erzählungen geschrieben, von denen nicht wenige zu seinen Lebzeiten äußerst erfolgreich waren. Diese Studie ist denjenigen Texten gewidmet, die der Autor selbst als seine kleinen Novellen bezeichnet. Mit einer interdisziplinären Methode, die Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft um die einer Linguistik literarischer Texte ergänzt, wird für jede Novelle ein dreiteiliger Kommentar erstellt. Er besteht aus einer Inhaltsangabe, der Beschreibung der semantischen und syntaktischen Besonderheiten und einer Zusammenstellung der zeitgenössischen, beziehungsweise – falls vorhanden – moderneren Kritik. Besonderes Gewicht wird dabei auf die Frage nach den Quellen der einzelnen Texte und deren Bezügen zu anderen Teilen des Gesamtwerks gelegt. So lassen sich frühe von mittleren und späten Texttypen unterscheiden, und diejenigen Rezensenten werden widerlegt, die Bechstein jede Entwicklung in Bezug auf seine erzählende Prosa abgesprochen haben. Ferner lassen sich die Fremdanteile in drei postum veröffentlichten letzten Novellen identifizieren.

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15 Herr Reichard, der Kinderfreund (1853)

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In Ludwig Bechstein/ H. Bürkner (Hgg.): Deutscher Jugend-Kalender. Neue Folge. Leipzig (Georg Wigand), 53-64 (12 Seiten). Der Text ist reich illustriert, wobei im dritten Kapitel der Scherenschnittcharakter des Schattenspiels angedeutet wird. Inhalt: Erstes Kapitel, welches die Einleitung enthält, und in welchem allerhand schöne Kunststücke gemacht werden. Auf einem kleinen Landgut wohnt das Ehepaar Hersfeld mit seinen vier Kindern. Die beiden Söhne heißen Wilhelm und Ludwig, die Töchter Clara und Auguste. Die Kinder vertragen sich gut; sie werden von ihrem Hauslehrer, Herrn Ewald, und einem Freund ihres Vaters, Herrn Reichard, unter- richtet. An Claras Geburtstag baut Herr Reichard einen Tisch in der Wohnstube auf, den er mit vie- lerlei Gegenständen füllt. Dann lässt er nacheinander die vier Elemente durch ein kleines Röhrchen in seiner Hand in Erscheinung treten: Feuer, Wasser, Pflanzensamen und Luft. Zweites Kapitel, in welchem noch schönere Kunststücke gemacht werden, und Herr Reichard Schneebälle anbrennt und ungeladene Kanönchen losschießt. Herr Reichard zaubert weiter; zur Begeisterung der Kinder lässt er ein Ei verschwinden, verwandelt Kupfergeld in Silbergeld und schickt ein Püppchen auf eine Reise in ein unbekanntes Land; bei der Rückkehr bringt es das verschwundene Ei zurück. Dann bekommen alle vier Kinder einen Schnee- ball in die Hand, und nur der des Geburtstagskindes lässt sich an einer Kerze anbrennen. Den Hö- hepunkt der Zauberei stellt die Reihe der kleinen Spielzeugkanonen dar, aus denen Herr Reichard ohne Zündpulver...

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