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Ludwig Bechstein: Die kleinen Novellen und die Erzählungen

Inhalte – Kommentare – Materialien

Susanne Schmidt-Knaebel

Ludwig Bechstein (1801 bis 1860) ist heute vor allem durch seine Märchen- und Sagenadaptationen bekannt. Er hat aber auch zahlreiche Romane und Erzählungen geschrieben, von denen nicht wenige zu seinen Lebzeiten äußerst erfolgreich waren. Diese Studie ist denjenigen Texten gewidmet, die der Autor selbst als seine kleinen Novellen bezeichnet. Mit einer interdisziplinären Methode, die Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft um die einer Linguistik literarischer Texte ergänzt, wird für jede Novelle ein dreiteiliger Kommentar erstellt. Er besteht aus einer Inhaltsangabe, der Beschreibung der semantischen und syntaktischen Besonderheiten und einer Zusammenstellung der zeitgenössischen, beziehungsweise – falls vorhanden – moderneren Kritik. Besonderes Gewicht wird dabei auf die Frage nach den Quellen der einzelnen Texte und deren Bezügen zu anderen Teilen des Gesamtwerks gelegt. So lassen sich frühe von mittleren und späten Texttypen unterscheiden, und diejenigen Rezensenten werden widerlegt, die Bechstein jede Entwicklung in Bezug auf seine erzählende Prosa abgesprochen haben. Ferner lassen sich die Fremdanteile in drei postum veröffentlichten letzten Novellen identifizieren.

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16 Hexengeschichten (1854)

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Halle (C.E.M. Pfeffer) 272 Seiten. Die Hexengeschichten waren stets eine beliebte Sammlung und wurden auch im 20. Jahrhundert mehrfach neu aufgelegt, z.B. hg. von G. Meyrink, Wien (Rikola) 1922, als Reprint-Ausgabe im Olms-Verlag (Hildesheim 1984) und hg. von Andreas Zecher mit Illustrationen von Heinz Zander, Rostock (Hinstorff) 1986. Zusammen mit den Romantischen Märchen und Sagen (1855) und den 14 späten Erzählungen (1854 bis postum 1863) machen sie das eher schmale Er- zählwerk des späten Bechstein aus. Der Brief an Bube vom 5. Nov. 1853 spricht von zwei geplanten Bänden, und Bechsteins Angabe im Tagebuch vom 1. Jan. 1855 lässt vermuten, dass zu diesem Zeitpunkt sogar mindestens ein weiterer Band vorgesehen war (Adelheid v. Schorn 1901). Die Hexengeschichten sind die ersten Titel, die den Texttyp der späten Bechstein- Novelle repräsentieren. Diese Texte gelangten – im Unterschied zu denen der mittle- ren Werkschicht – überwiegend frischgeschrieben zum Druck. (Ausnahmen sind hier vor allem die von Reinhold Bechstein aus dem Nachlass herausgegebenen Erzählun- gen.) Ferner nutzt Bechstein ab 1854 für seine Kurzprosa nurmehr Textsorten- Bezeichnungen wie ,Geschichte’ und ,Erzählung’, den Begriff ,Novelle’ wählt er selbst nicht mehr. Die Texte der Sammlung HexG sind durch ihre Kürze und die kon- sequenten Quellenangaben gekennzeichnet. Boost (1925) äußert sich ausnahmsweise positiv über die Anthologie (212), und auch Wasserfall (1926) lobt die Qualität: „Kulturgeschichtlich wertvolle Bilder sind Bechsteins Hexengeschichten. Hier werden auf Grund alter Chroniken und fliegender Blätter anschauliche Bilder aus dem...

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