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Ludwig Bechstein: Die kleinen Novellen und die Erzählungen

Inhalte – Kommentare – Materialien

Susanne Schmidt-Knaebel

Ludwig Bechstein (1801 bis 1860) ist heute vor allem durch seine Märchen- und Sagenadaptationen bekannt. Er hat aber auch zahlreiche Romane und Erzählungen geschrieben, von denen nicht wenige zu seinen Lebzeiten äußerst erfolgreich waren. Diese Studie ist denjenigen Texten gewidmet, die der Autor selbst als seine kleinen Novellen bezeichnet. Mit einer interdisziplinären Methode, die Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft um die einer Linguistik literarischer Texte ergänzt, wird für jede Novelle ein dreiteiliger Kommentar erstellt. Er besteht aus einer Inhaltsangabe, der Beschreibung der semantischen und syntaktischen Besonderheiten und einer Zusammenstellung der zeitgenössischen, beziehungsweise – falls vorhanden – moderneren Kritik. Besonderes Gewicht wird dabei auf die Frage nach den Quellen der einzelnen Texte und deren Bezügen zu anderen Teilen des Gesamtwerks gelegt. So lassen sich frühe von mittleren und späten Texttypen unterscheiden, und diejenigen Rezensenten werden widerlegt, die Bechstein jede Entwicklung in Bezug auf seine erzählende Prosa abgesprochen haben. Ferner lassen sich die Fremdanteile in drei postum veröffentlichten letzten Novellen identifizieren.

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17 Die späten Erzählungen

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Zu den späten Erzählungen zählen 15 Texte und diverse Entwürfe und Pläne, über die wenig bekannt ist (vgl. das Nachwort). Bechstein bezeichnet nur noch eine dieser Er- zählungen als Novelle (Ein holder Wahn, SpätErz 14, postum 1863, das allerdings von Reinhold Bechstein zum Druck gegeben wurde), ansonsten spricht er von Nacht- stück, Geschichte, Märchen/ Märe, Sage, Kulturbild, Chronik-Ausbeute oder Erzäh- lung: Bechstein wird sich offenbar selbst der Unterschiede zu seiner frühen und mitt- leren Kurzprosa bewusst. Zum Texttyp der späten Bechstein-Novelle insgesamt vgl. das Nachwort. 17.1 (SpätErz 1, 16 S.) Der Pechmüller. Nachtstück aus dem Thüringerwalde (1854 und 1856) In Gustav Nieritz (Hg.): Deutscher Volkskalender auf das Jahr 1854. Leipzig (Georg Wigand) 1-16 und in: Der Hausfreund. Eine Sammlung von Erzählungen und Ge- schichten. Leipzig (Georg Wigand) 1856, 2. Band, 4. Abtlg. 1-16. Die beiden Fas- sungen sind bis in die orthographischen Details hinein identisch. Inhalt: In der Gegend um das Städtchen Gräfenthal im Tal der Zopte erhebt sich in der Wiese hinter der Mühle ein schwarzer Grabstein. Als am 29. Sept. 1812 die Truppen Napoleons auf dem Weg in den Osten durch den Thüringerwald kommen, erhält auch die Gräfenthaler Mühle Einquartierung. Einen der jungen Franzosen, der Deutsch spricht, bittet die Müllerin um Rücksicht auf ihre Schwieger- tochter, die gerade ein Kind geboren hat, und bewirtet ihn und seine Kameraden zum Ärger des...

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