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Bernal Díaz del Castillo, Doña Marina und die hohe Kunst der Historiographie

Eine Umfeldanalyse der "Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España</I>

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Angelina Hartnagel

Mitte des 16. Jahrhunderts bringt der Soldat Bernal Díaz del Castillo die Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España zu Papier. Anhand einer hermeneutisch orientierten Umfeldanalyse wird in dieser Arbeit gezeigt, wie er sich auf dem für ihn ungewohnten Terrain der Historiographie als Autor inszeniert. Ein Analysefokus liegt dabei auf den Textstellen über die indigene Dolmetscherin Doña Marina, da sich hier die textgestalterischen Bemühungen des Autors sehr gut nachvollziehen lassen. Diese sind nicht nur Indikator für seine Selbstinszenierung, sondern wirken zugleich kritischen gesellschaftlichen Umfeldern in Bezug auf Doña Marina entgegen. Das Analysemodell geht zurück auf die Umfeldtheorie Eugenio Coserius.

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1. Einleitung

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“Yo lo escriviré, con el ayuda de Dios” Bernal Díaz del Castillo, aus dem Prolog der Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España Guatemala, Mitte des 16. Jahrhunderts Mitte des 16. Jahrhunderts beschließt in der Neuen Welt ein Mann, der das Schreiben historiographischer Werke bisher anderen überlassen hatte, auf die Hilfe Gottes zu vertrauen und selbst zu Feder und Papier zu greifen. Dieser Mann, mit Namen Bernal Díaz del Castillo, war Soldat und hatte als Mitglied der von Hernán Cortés angeführten Truppe Neuspanien erobert. Unruhige Zeiten lagen hinter ihm, in denen Tenochtitlán zu Fall gebracht wurde und die spani- schen Eroberer bis nach Honduras vorgedrungen waren. Unruhige und zugleich einmalige Zeiten, die Bernal Díaz als Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España, als wahrhafte Geschichte über die Eroberung von Neuspanien, der Nachwelt zu erhalten gedachte. So kam es, dass der einstige Soldat das Ter- rain der professionellen Historiographie betrat und sich vor die Aufgabe gestellt sah, all das, was er am eigenen Leibe erfahren und erlebt hatte, auf angemessene und ansprechende Weise niederzuschreiben, damit seine Historia Verdadera zwischen all jenen Werken der offiziellen Historiographen bestehen konnte. Da ihm eine Gelehrtenausbildung jedoch verwehrt geblieben war, beschritt er, “con el ayuda de Dios”, andere textgestalterische Wege, um diesem Ziel näher zu kommen. Eine überzeugende Selbstdarstellung als ernst zunehmender und legitimer Autor war ihm dabei stets ein besonderes Anliegen. Auch zögerte er nicht auf Textvorbil- der zur...

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