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Bernal Díaz del Castillo, Doña Marina und die hohe Kunst der Historiographie

Eine Umfeldanalyse der "Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España</I>

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Angelina Hartnagel

Mitte des 16. Jahrhunderts bringt der Soldat Bernal Díaz del Castillo die Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España zu Papier. Anhand einer hermeneutisch orientierten Umfeldanalyse wird in dieser Arbeit gezeigt, wie er sich auf dem für ihn ungewohnten Terrain der Historiographie als Autor inszeniert. Ein Analysefokus liegt dabei auf den Textstellen über die indigene Dolmetscherin Doña Marina, da sich hier die textgestalterischen Bemühungen des Autors sehr gut nachvollziehen lassen. Diese sind nicht nur Indikator für seine Selbstinszenierung, sondern wirken zugleich kritischen gesellschaftlichen Umfeldern in Bezug auf Doña Marina entgegen. Das Analysemodell geht zurück auf die Umfeldtheorie Eugenio Coserius.

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3. Eine Umfeldanalyse – Bernal Díaz, Doña Marina und die hohe Kunst der Historiographie

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Wie bereits in der Einleitung dieser Arbeit formuliert, soll hier nun anhand einer Analyse ausgewählter Umfelder ein Rückversetzungsprozess eingeleitet und somit dargelegt werden, wie sich der Soldat und ungeübte Autor Bernal Díaz als glaubwürdiger Historiograph zu inszenieren versucht und dabei keine Mühen scheut, einen, nach seinen Vorstellungen angemessenen, Text über die Erobe- rung von Neuspanien mit dem Titel Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España zu formulieren. Als exemplarisch für die besondere stilistische und inhaltliche Aufbereitung seines Textes können dabei die verbalen Kontexte über die Dolmetscherin Doña Marina gelten, die gleichzeitig kritische gesell- schaftliche Umfelder evozieren und somit die textgestalterische Kreativität des Autors bisweilen regelrecht herauszufordern scheinen. Ebenfalls bereits bekannt ist die Tatsache, dass Bernal Díaz unter den Augen- zeugen der Eroberung als einziger auf derart ausführliche Art und Weise über Doña Marina berichtete. Herausragend innerhalb dieser Textstellen bleibt dabei das 37. Kapitel, in welchem sich Bernal Díaz ausschließlich der Darstellung der Lebensgeschichte von Doña Marina und ihrem Wiedersehen mit Mutter und Stiefbruder während des Honduras-Zuges widmet. Dieses 37. Kapitel mit dem Titel “Cómo doña Marina era caçica e hija de grandes señores y se señora de pueblos y vasallos, y de la manera que fue traída a Tavasco” ist deshalb Mittelpunkt der Umfeldanalyse, erfährt aber Ergänzung durch weitere verbale Kontexte, die entweder ebenfalls Doña Marina zum Gegenstand haben, oder, wie...

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