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Textsorten der Unternehmenskommunikation aus kontrastiv-textologischer Perspektive

Eine Untersuchung der Aktionärsbriefe und Einstiegseiten der deutschen und italienischen Banken

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Goranka Rocco

Die Arbeit setzt sich zum Ziel, Texte aus dem Bereich der Unternehmenskommunikation wie Aktionärsbriefe und Einstiegseiten von Online-Präsentationen der größten deutschen und italienischen Banken zu konfrontieren. Als theoretischer Rahmen dient dabei das von der Autorin erarbeitete Holistische Modell der kontrastiven Textologie, auf dessen Grundlage die textsortenspezifischen Merkmale sowie die einzelsprachlichen Eigenheiten der untersuchten Texte herausgearbeitet werden. Berücksichtigt werden dabei nicht nur die pragmatisch-kommunikativen, thematisch-strukturellen und sprachlichen Merkmale, sondern auch die textsemiotischen Aspekte, der Standardisierungs- und Verbreitungsgrad der Texte und schließlich die kulturspezifischen Implikationen der ermittelten Textunterschiede.

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III SCHLUSSBETRACHTUNG

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203 III SCHLUSSBETRACHTUNG 1 Fazit der Analyse Im Hinblick auf die Funktionen der untersuchten Textsorten und deren thematisch-strukturellen, sprachlichen und visuellen Ausdruck haben sich in der Analyse zwei entgegengesetzte Tendenzen herauskristalli- siert. Der Ausgangspunkt für die Beschreibung dieser Tendenzen ist die Unterscheidung zwischen dem Aktionärsbrief und dem Geschäftsbericht als Vertretern der Textsorten, die in ihrem Ursprung nicht an das Internet gebunden sind (im Folgenden abkürzend „traditionelle Textsorten“), und andererseits den Einstiegseiten, die stellvertretend für multimodale, für das Internet konzipierte Textsorten untersucht wurden (im Folgenden „multimodale Textsorten“). Als zentral resultiert bei der Gestaltung der „traditionellen“ Textsor- ten im Italienischen die Absicht, den Eindruck von Kompetenz, Sachlich- keit und Seriosität zu vermitteln und den Text als eine zuverlässige und hochspezialisierte Informationsquelle zu präsentieren. Daher können die informierende Funktion und die Elemente der Selbstdarstellungsfunkti- on, die in I.3.1 unter die Begriffe SERIOSITÄT und STABILITÄT subsumiert wurden (kompetentes und fundiertes Handeln, Glaubwürdigkeit, Zuver- lässigkeit), als dominierend bezeichnet werden. Bei den deutschen Texten deuten die ermittelten Textmerkmale hin- gegen auf die zentrale Rolle der selbstdarstellenden Funktion – beson- ders der Komponenten ERFOLG und DYNAMIK – und der relationalen Funktion hin. Sprachlich und thematisch-strukturell gesehen äußert sich dies in einem vergleichsweise häufigeren Vorkommen direkter Adressa- tenansprache, nähesprachlicher Formen, positiv konnotierter, superlati- vischer, bedeutungs- und emotionsgeladener Formulierungen und rheto- rischer Ausweich- und Abschwächungsstrategien, kurz in mehr Ethos und Pathos. Visuell wird die beabsichtigte Textwirkung durch ein leser- freundliches Layout und die...

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