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Rechtsextremistischer Straßendiskurs in Deutschland

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Lukasz Kumiega

Die Studie behandelt Rechtsextremismus in Deutschland aus diskursanalytischer Perspektive. Es werden Kategorisierungen des Rechtsextremismus in den staatlichen, wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen rekonstruiert und kritisch betrachtet. Auf dieser Basis wird anhand eines diskurskritischen Mehr-Ebenen-Modells der rechtsextremistische Straßendiskurs am Beispiel der Aktionsform Demonstration analysiert. Als empirische Grundlage werden die während der rechtsextremistischen Demonstrationen getragenen Bekleidungsstücke bestimmt, einer Feinanalyse unterzogen und letztlich als Spuren der umfassenderen Wandlungsprozesse der rechtsextremistischen Szene in Deutschland interpretiert.

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Zusammenfassung und Ausblick

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Zusammenfassend kann man die in dieser Arbeit behandelte Problematik auf zwei Ebenen betrachten. Zum einen bezogen auf den Gegenstand dieser Arbeit, d.h. auf den deutschen Rechtsextremismus, zum anderen bezogen auf die gewählte theore- tisch-methodologische Perspektive. Zu Letzterem ist anzumerken, dass Diskursanalyse (unabhängig davon auf welche Variante der Diskursanalyse rekurriert wird) eine Forschungsperspektive darstellt, die aufgrund ihrer Offenheit für Untersuchungen diverser sozial- politischer Phänomene in verschiedenen Kontexten angewendet werden kann. Sa- rasin (2006: 8) konstatiert in Bezug auf Diskursanalyse, dass diese keine Methode sei, die man lernen könne. Er geht davon aus, dass Diskursanalyse eher als „eine theoretische, sogar philosophische Haltung“ betrachtet werden soll. Eine solche Haltung manifestiert sich in dem Gedanken, dass Wissen – auch unser Wissen – kulturell, historisch und sozial verankert ist (vgl. Sarasin 2006 und Spitzmül- ler/Warnke 2011: 77). Dieser vielleicht triviale aber fundamentale Gedanke bildet die Grundlage fast aller diskursanalytisch arbeitenden Ansätze. Auch wenn Sarasin (2006) ziemlich treffend den Status der Diskursanalyse beschreibt, ist seine Ansicht vor allem bezogen auf das methodologische Moment zu spezifizieren. Die größte Stärke der Diskursanalyse, was Sarasin auch implizit andeutet, ist darin zu sehen, dass diese keine fertigen Instrumentarien zur Analyse diverser Phänomene vorlegt (auch wenn in dieser Richtung einige disziplinär geprägten Gedanken formuliert werden – jedoch ohne den Anspruch auf Totalität: vgl. Jäger 2004; Spitzmül- ler/Warnke 2011; Keller 2011; Bührmann/Schneider 2008; Fairclough 2010; Wo- dak/Meyer 2009). Diskursanalyse – insbesondere die Kritische Diskursanalyse – ist vielmehr ein „problemorientiertes, trans- und...

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