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Die prostitutive Einrichtung und ihre Mitarbeiter im Öffentlichen Recht – Rechtslage und Perspektiven

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Robert Wolf

Auch über zehn Jahre nach dem Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes sind noch nicht alle öffentlich-rechtlichen Probleme in Zusammenhang mit dem sprichwörtlich ältesten Gewerbe der Welt bewältigt. Die Arbeit nimmt sich dieser Probleme in Hinblick auf diejenigen Prostitutionsformen an, die in baulichen Anlagen stattfinden. Nach einem historischen Abriss sowie einer Definition der Begrifflichkeiten, die der Arbeit zugrundeliegen, wird der Status der prostitutiven Einrichtung und ihrer Mitarbeiter vom Gewerberecht über das Bau- und Ausländerrecht bis hin zum Sozial- und Steuerrecht dargestellt. Anschließend werden Beispiele aus dem verwaltungspraktischen Umgang mit dieser Art von Gewerbebetrieb erörtert und die rechtlichen Instrumente für ihre verwaltungsbehördliche Regulation dargestellt.

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B. Historischer Abriss

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Im Folgenden wird die (Rechts-) Geschichte der Prostitution in einem kurzen Abriss mit einem Schwerpunkt auf der Regulation im deutschen Rechtsraum dar- gestellt. I. Frühgeschichte und Antike Das Sprichwort von der Prostitution als ältestem Gewerbe der Welt ist historisch belegbar.1 Bereits die frühesten Schriftquellen der Menschheit, wie das Gilga- mesch-Epos, zeigen, dass es Prostitution bereits in den frühen Hochkulturen gegeben hat.2 Auch in der Bibel wird sie erwähnt.3 Die Babylonier, die Römer und die Griechen kannten Prostitution, wobei in diesen Kulturen zwischen zwei Formen unterschieden wurde, nämlich der kultischen Prostitution (Tempelprosti- tution) und der Erwerbsprostitution.4 Während es in Griechenland staatlich betriebene Bordelle gab und Prostitu- tion besteuert wurde5, ist bei den Römern im Laufe der Zeit ein immer strikterer Umgang mit der Prostitutionsausübung zu beobachten. Zunächst konnte sie auch in Rom mit staatlicher Erlaubnis und gegen Steuerzahlung erfolgen.6 Allerdings 1 Kritisch zum Begriff des ältesten Gewerbes der Welt: Schmitter, APuZ 2013, 22. 2 Von Soden/Schott, Das Gilgamesch-Epos, S. 12. 3 Siehe z.B. aus dem Alten Testament: Deutsche Bibelgesellschaft, Die Bibel, 1. Könige 3,16ff. sowie aus dem Neuen Testament: ebenda, Lukas 7, 36ff. 4 Zimmermann, Die öffentlich-rechtliche Behandlung der Prostitution, S. 5 m.w.N., wobei ein- schränkend anzumerken ist, dass bezüglich der griechischen Antike in der neueren Forschung die Existenz von kultischer Prostitution nicht unumstritten ist. Übrigens unterscheidet auch die Bibel zwischen kultischer Prostitution (Deutsche Bibelgesellschaft, Die Bibel, 3. Mose 19,29, wo diese untersagt wird) und kommerzieller...

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