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Sportbeugung

Manipulationsverhalten von Schiedsrichtern im Fußballsport als strafbares Unrecht und die Bedeutung der allgemeinen Täuschung für das Strafrecht

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Zübeyde Duyar

Begründet die Spielmanipulation durch Schiedsrichter im Fußballsport ein Kriminalunrecht? Das Verhältnis der Beteiligten im Fußballsport wird in diesem Buch als Anerkennungs- bzw. Rechtsverhältnis verstanden, innerhalb dessen die Spielmanipulation durch Schiedsrichter als Unrecht qualifiziert werden muss. Diese These wird rechtsphilosophisch begründet. Ein umfassender Schutz des Sports und des darin manifestierten Individualrechts der Beteiligten auf neutrale Spielentscheidungen durch Schiedsrichter wird weder durch die vorhandenen strafrechtlichen noch durch die Sportverbände gewährleistet. Daher muss der Gesetzgeber das Verhalten des Spiele manipulierenden Schiedsrichters notfalls auch strafrechtlich ahnden und einen entsprechenden sportspezifischen Straftatbestand erlassen.

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Vorwort der Reihenherausgeberin

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Der gegenwärtige Zustand des Strafrechts in Deutschland ist bedauerlich. Er ist insbesondere geprägt durch gesetzliche Orientierungslosigkeit trotz sicherheits- politisch geführter Debatten, ängstliche und unsichere Strafpraxis und durch eine teils zerstrittene, teils an aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen desinteres- sierte und sich auf dogmatische Arbeitsfelder zurückziehende Strafrechtswissen- schaft. Strafgesetzgebung und Strafpraxis orientieren sich deshalb an einer irra- tionalen Kriminalpolitik, die sie zu ihrem eigentlichen Terrain erklären. Die Lage der Strafrechtswissenschaft ist demgegenüber unklar geworden: Sie hat an Selbstbewusstsein verloren; sie hat keinen oder bloß marginalen Einfluss auf In- halt und Verfahren der Strafgesetzgebung; Bemühungen um wissenschaftliche Erkenntnisse bleiben in Gesetzgebung und Praxis unberücksichtigt; innovative Standortbestimmungen werden nicht vorgenommen. Gesetzgeberische und prak- tische Kriminalpolitik können mit diesem Zustand der deutschen Strafrechtswis- senschaft gut leben und Auseinandersetzungen mit einer kritisch-rechtsstaatlich orientierten Strafrechtswissenschaft werden nicht geführt. Auseinandersetzungen sind allerdings dringend erforderlich. Ein neuer Strafrechtsdiskurs muss geführt werden. Ausgangspunkt für einen solchen Diskurs könnte sein, Veränderungen strafrechtlicher Aufgabenfelder ausfindig zu machen, sie zu analysieren und un- ter Einbeziehung der „gesamten Strafrechtswissenschaft“ zu diskutieren. Das alte Konzept, das 1881 maßgeblich zur Begründung der „Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft (ZStW)“ geführt hat, bedarf der Reformulierung, Re- konstruktion und Modifikation. Die Herausgeber und Begründer der Zeitschrift Adolf Dochow und Franz von Liszt hatten ein ganz unkritisches Anliegen: Das alte Konzept entwarf ein Strafrecht der flexiblen Handhabung, ein auf Prävention ausgerichtetes kontingentes Strafrecht, das als staatliches Machtinstrument Ver- brechensbekämpfung...

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