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Sportbeugung

Manipulationsverhalten von Schiedsrichtern im Fußballsport als strafbares Unrecht und die Bedeutung der allgemeinen Täuschung für das Strafrecht

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Zübeyde Duyar

Begründet die Spielmanipulation durch Schiedsrichter im Fußballsport ein Kriminalunrecht? Das Verhältnis der Beteiligten im Fußballsport wird in diesem Buch als Anerkennungs- bzw. Rechtsverhältnis verstanden, innerhalb dessen die Spielmanipulation durch Schiedsrichter als Unrecht qualifiziert werden muss. Diese These wird rechtsphilosophisch begründet. Ein umfassender Schutz des Sports und des darin manifestierten Individualrechts der Beteiligten auf neutrale Spielentscheidungen durch Schiedsrichter wird weder durch die vorhandenen strafrechtlichen noch durch die Sportverbände gewährleistet. Daher muss der Gesetzgeber das Verhalten des Spiele manipulierenden Schiedsrichters notfalls auch strafrechtlich ahnden und einen entsprechenden sportspezifischen Straftatbestand erlassen.

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3. Teil: Manipulation im Sport als strafrechtlich relevantes Täuschen?

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Im Folgenden ist der Frage nachzugehen, ob die Spielmanipulation durch den Schiedsrichter im (Fußball-)Sport als solche strafrechtliches Unrecht begründet, also strafwürdige Täuschung ist. Die Bejahung dieser Frage ist Grundvorausset- zung dafür, dass man bei Spielmanipulationen durch Schiedsrichter im Fußball- sport ein Eingreifen seitens des Strafgesetzgebers verlangen darf, um Schieds- richter auch als Einzeltäter bestrafen zu können. Nach dem bisher Gesagten ist festzuhalten, dass unter formalen Gesichtspunkten der Verstoß gegen § 6a der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB und § 11 Nr. 1 der Schiedsrichterord- nung des DFB grundsätzlich keine Verwirklichung strafrechtlichen Unrechts darstellt, da diese Regelungen unbestritten keine Rechtsnormen und erst Recht keine Strafnormen sind. Für die Verhängung einer staatlichen Strafe gegen einen Schiedsrichter „über die in der Verbandssatzung festgeschriebenen Sanktionen hinaus, bedarf es einer Rechtsgrundlage. Die Bestimmung des materiellen Ge- halts strafwürdigen Unrechts obliegt dabei dem Gesetzgeber, der jedoch bei der Beurteilung nicht vollkommen frei, sondern an die Werteordnung der Verfas- sung gebunden ist.767“ A. Zur Problematik der Unrechtsbestimmung Fraglich ist jedoch, welche Qualität ein Verhalten haben muss, um strafrechtli- ches Unrecht begründen zu können. Strafwürdig ist nicht schon jedes Verhalten, welches zum einen moralisch verurteilt wird und zum anderen ein Rechtsgut verletzt oder gefährdet und damit die soziale Ordnung stört768. Strafwürdig ist ein Verhalten nur dann, wenn es Strafe verdient, also der Strafe „würdig“ ist769. Aufgrund der Tatsache, dass die Vollstreckung einer Strafe einen erheblichen Eingriff in die Freiheitssph...

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