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Sportbeugung

Manipulationsverhalten von Schiedsrichtern im Fußballsport als strafbares Unrecht und die Bedeutung der allgemeinen Täuschung für das Strafrecht

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Zübeyde Duyar

Begründet die Spielmanipulation durch Schiedsrichter im Fußballsport ein Kriminalunrecht? Das Verhältnis der Beteiligten im Fußballsport wird in diesem Buch als Anerkennungs- bzw. Rechtsverhältnis verstanden, innerhalb dessen die Spielmanipulation durch Schiedsrichter als Unrecht qualifiziert werden muss. Diese These wird rechtsphilosophisch begründet. Ein umfassender Schutz des Sports und des darin manifestierten Individualrechts der Beteiligten auf neutrale Spielentscheidungen durch Schiedsrichter wird weder durch die vorhandenen strafrechtlichen noch durch die Sportverbände gewährleistet. Daher muss der Gesetzgeber das Verhalten des Spiele manipulierenden Schiedsrichters notfalls auch strafrechtlich ahnden und einen entsprechenden sportspezifischen Straftatbestand erlassen.

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5. Teil: Subsidiarität der Kriminalisierung von Spielmanipulationen durch Schiedsrichter im Fußballsport als Beeinträchtigung des Sports?

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Schließlich ist noch zu untersuchen, ob eine Strafwürdigkeit von Spielmanipula- tionen durch Schiedsrichter im Fußballsport als Beeinträchtigung des Sports auch unter dem Gesichtspunkt der Subsidiarität des Rechtsgüterschutzes durch das Strafrecht gegeben ist. Fraglich ist also, ob hinsichtlich des täuschenden Verhaltens des Schiedsrichters, welches bisher als strafwürdiges Verhalten ein- geordnet werden konnte, auch das Erfordernis einer strafrechtlichen Verfolgung vorliegt. Denn die Kriminalisierung eines als strafwürdig eingeordneten Verhal- tens ist nur dann zulässig, wenn auch die praktische Notwendigkeit eines straf- rechtlichen Eingriffs besteht1481. Ein derartiges Strafbedürfnis setzt voraus, dass die Kriminalstrafe das einzige Mittel darstellt, um das als sozialschädlich er- kannte Verhalten zu unterbinden und hierfür nicht andere, weniger einschnei- dende, aber gleich wirksame Mittel zur Verfügung stehen1482. Denn die staatli- che Strafgewalt wird durch die Prinzipien der Geeignetheit, Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit begrenzt1483. Damit ist nichts anderes als die Subsidiarität des Strafrechts gemeint1484. Darunter wird verstanden, dass überall dort, wo mit anderen Maßnahmen ein ausreichender Rechtsgüterschutz gewährleistet werden kann, strafrechtliche Sanktionen mit ihren weitreichenden Folgen nicht mehr zu rechtfertigen sind1485. Da es sich beim Einsatz des Strafrechts um das schärfste dem Gesetzgeber zur Verfügung stehende Mittel handelt, muss die Kriminalisie- rung einer Verhaltensweise immer erst an letzter Stelle in der Rangfolge eines gesetzgeberischen Maßnahmekatalogs stehen1486. Damit stellt sie die ultima ratio 1481 Otto, Grundkurs Strafrecht AT, § 1 Rn. 49. 1482 Hamann, Grundgesetz und Strafgesetzgebung, S. 14; SK/Rudolphi, Vor § 1...

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