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Denkmalrecht

Ein Rechtsvergleich zwischen Deutschland und Italien

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Christian Dietrich

Die Erhaltung von Denkmälern ist unabdingbar für die Erhaltung und den Bestand eines menschenwürdigen Daseins. Die Arbeit widmet sich dem rechtlichen Komplex des Denkmalschutzes in Italien und Deutschland und bietet einen umfassenden Überblick zu diesem Thema. Auf dem Wege einer vergleichenden Betrachtung werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Denkmalschutzes beider Länder aufgezeigt, untersucht und auch kontrovers diskutiert. In Deutschland wird sich im Wesentlichen auf die Rechtslage in Nordrhein-Westfalen konzentriert. Zur richtigen Einordnung der heutigen Normen in den jeweiligen rechtlichen Kontext beinhaltet die Arbeit zudem eine kurze Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des Denkmalschutzes in Deutschland und Italien.

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3 Grundlagen des Denkmalschutzes in Deutschland und Italien

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3.1 Praktischer Hintergrund und verfassungsrechtliche Grundlagen im Allgemeinen Zur besseren Einordnung der Zusammenhänge und Besonderheiten des Denk- malschutzes erfolgt eine kurze Darstellung zum wirtschaftlichen, rechtlichen, sozialen und kulturellen Hintergrund in Italien, für die Bundesrepublik Deutsch- land wird diese Kenntnis vorausgesetzt. 3.1.1 Verfassungsgeschichte Italiens Mit Ausrufung des Königreichs Italien im Jahr 1861 kann erstmalig von einem italienischen Staat gesprochen werden, wenngleich das Verfassungsleben durch die Proklamation kaum beeinflusst wurde. So blieb das Albertinische Statut505 in Kraft und das erste gesamtitalienische aus zwei Kammern bestehende Parlament trat dementsprechend gleich in seine achte Legislaturperiode ein. Der König konnte mit dem Instrument der decreti-legge, welches zwar nicht im Albertinischen Statut direkt aufgeführt, aber aus vorkonstitutioneller Ge- wohnheit anerkannt war, ohne Zustimmung des Parlaments Recht setzen.506 Die untergeordnete Rolle des Parlaments zeigte sich auch in der jederzeitigen Auflö- sungsmöglichkeit durch den König.507 Geprägt war die Verfassungsgeschichte Italiens bis zum Ersten Weltkrieg durch eine langsam fortschreitende Parlamentarisierung des Regierungssystems, der Erweiterung des Wahlrechts,508 und einem sich immer weiter verschärfenden Konflikt zwischen dem italienischen Staat und dem Kirchenstaat. Die Konflikte führten im Jahr 1890 zur Auflösung der Mehrzahl der enti ecclesiastici509 und Säkularisation deren Vermögens.510 505 Das Statuto albertino war am 03.04.1848 vom König Carlo Alberto als Verfassung des Königreichs Sardinien-Piemont (Statuto del regno) erlassen worden. 506 Kindler, Einführung in das italienische Recht, S. 26. 507 Ibidem, S. 25. 508 So dass ab Mitte 1912 alle volljährigen m...

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