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Scharfsinn und Frömmigkeit

Zum Werk von Catharina Regina von Greiffenberg (1633-1694)

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Edited By Gesa Dane

Der Band versammelt Beiträge, die das Œuvre von Catharina Regina von Greiffenberg im Kontext von Scharfsinn und Frömmigkeit gleichermaßen deuten – eine Verbindung, von der gemeinhin angenommen wird, dass es sie bei Autorinnen im 17. Jahrhundert nicht hat geben können. Greiffenbergs Werk ist zu entnehmen, wie sie ihre Legitimation als schreibende Frau nicht aus dem Bildungskanon, sondern aus einer religiösen Erfahrung heraus begründet. Eine genaue Lektüre aber zeigt, in welchem Maße sie ihrem sozialen Stand entsprechend über Bildung verfügte.

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Anke Detken: „Es war alles falsch, was sie geschrieben hatte“. Catharina Regina von Greiffenberg als zweifelnde Dichterin in Evelyn Schlags "Die lustwählende Schäferin"

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181 ANKE DETKEN „Es war alles falsch, was sie geschrieben hatte“ Catharina Regina von Greiffenberg als zweifelnde Dichterin in Evelyn Schlags Die lustwählende Schäferin „Was kaum noch mit disziplinärer Anerkennung rechnen konnte, die Bio- graphie, wird zum Coup der Literaten.“1 Nachdem der Autor von der Wis- senschaft mit Michel Foucault und Roland Barthes für tot erklärt wurde, bemächtigen sich ab den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gewissermaßen die literarisierenden Dichterbiographien der literatur- wissenschaftlichen biographischen Arbeit.2 Dem ‚Tod des Autors‘ in der Wissenschaft steht das populäre Interesse an Erzählungen gegenüber, die sich mit dem Leben von Schriftstellern befassen. Gerade auch Schriftstellerinnen erweisen sich dabei als ‚biographie- würdig‘. Aus feministischer Perspektive wird die Aneignung dieses tradi- tionellen Modells als ein emanzipatorischer Akt der Gleichbehandlung männlicher und weiblicher Persönlichkeiten beschrieben, und es ist sogar 1 Karpenstein-Eßbach, Christa: Medien – Wörterwelten – Lebenszusammenhang. Prosa der Bundesrepublik Deutschland 1975–1990 in literatursoziologischer, diskursanalyti- scher und hermeneutischer Sicht. München 1995, S. 177; vgl. Zimmermann, Christian von: Einleitung. In: Fakten und Fiktionen. Strategien fiktionalbiographischer Dichter- darstellungen in Roman, Drama und Film seit 1970. Beiträge des Bad Homburger Kollo- quiums, 21.–23. Juni 1999. Hg. von Christian von Zimmermann. Tübingen 2000, S. 1. 2 Vgl. Zeller, Rosmarie: Biographie und Roman. Zur literarischen Biographie der siebziger Jahre. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 10 (1980) Heft 40, S. 107– 125. 182 von einem ‚neuen Genre‘ die Rede.3 Seit den siebziger Jahren...

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