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Die Aufklärung des Organspendeempfängers über Herkunft und Qualität des zu transplantierenden Organs

Ärztliche Pflichten im Spannungsfeld zwischen Standardbehandlung und Neulandmedizin

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Sebastian Müller

Der stetige Mangel an Organen in der Transplantationsmedizin hat dazu geführt, dass inzwischen Organe transplantiert werden, die noch vor einiger Zeit nicht übertragen worden wären. Die Arbeit befasst sich vor diesem Hintergrund mit der Frage, inwieweit der Organempfänger in den Entscheidungsprozess über die Akzeptanz eines Transplantates einzubeziehen und über die Herkunft und die Qualität des zu transplantierenden Organs aufzuklären ist.

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Kapitel 4: Aufklärung über die Erhebung und den Umgang mit personenbezogenen Daten

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85 Kapitel 4 Aufklärung über die Erhebung und den Umgang mit personenbezogenen Daten Nach der Konzeption des TPG ist die Allokation vermittlungspflichtiger Organe nur möglich, wenn der potentielle Organempfänger personenbezogene Daten offenbart. Erst wenn der Organempfänger dem Arzt höchstpersönliche Informationen mitteilt und diese Informationen für zukünftige Allokationsentscheidungen weitergeben wer- den, ist etwa die Zuteilung eines postmortal entnommenen Organs möglich. Die zwingende Notwendigkeit, mit der der Patient hingegen der Offenbarung ausgeliefert ist, wirft die Frage auf, inwieweit über die Erhebung und den Umgang personenbe- zogenen Daten vor der Transplantation aufzuklären ist. A. Rechtspflicht zur Information über die Erhebung und den Umgang mit Daten Die Begründung der Pflicht zur Aufklärung über die Erhebung und den Umgang mit personenbezogenen Daten bedingt zunächst die Ermittlung einer Rechtsgrundlage. Anknüpfungspunkt hierfür können sowohl die allgemeinen Grundsätze der ärztlichen Aufklärungspflicht als auch Datenschutzbestimmungen sein. I. Sicherungs- und therapeutische Aufklärungspflicht Als Grundlage für eine Verpflichtung des Arztes zur Aufklärung über die Erhebung und den Umgang mit personenbezogenen Daten kommt zunächst die Pflicht zur Selbstbestimmungsaufklärung des Patienten in Betracht. Während die Einwilligung in den Heileingriff die Achtung und den Schutz „der Würde und der Freiheit des Men- schen und seines Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit, Art. 1 Abs. 1; 2 Abs. 1, 2 Satz 1 GG“443 bezweckt, dient der Datenschutz dazu, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den...

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