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Die Aufklärung des Organspendeempfängers über Herkunft und Qualität des zu transplantierenden Organs

Ärztliche Pflichten im Spannungsfeld zwischen Standardbehandlung und Neulandmedizin

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Sebastian Müller

Der stetige Mangel an Organen in der Transplantationsmedizin hat dazu geführt, dass inzwischen Organe transplantiert werden, die noch vor einiger Zeit nicht übertragen worden wären. Die Arbeit befasst sich vor diesem Hintergrund mit der Frage, inwieweit der Organempfänger in den Entscheidungsprozess über die Akzeptanz eines Transplantates einzubeziehen und über die Herkunft und die Qualität des zu transplantierenden Organs aufzuklären ist.

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Kapitel 5: Aufklärungspflichten über die Qualität des zu transplantierenden Organs

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95 Kapitel 5 Aufklärungspflichten über die Qualität des zu transplantierenden Organs A. postmortale Organspende Bestimmender Faktor für die Zuteilung eines Organs, damit auch die Qualität eines konkret zu transplantierenden Organs und schließlich den Standard bei der Organ- qualität, ist das Allokationsverfahren. Bevor daher auf die Aufklärungspflichten hin- sichtlich der Qualität der Organe eingegangen wird, soll im Folgenden auf das Or- ganvermittlungsverfahren eingegangen werden. I. Organallokationsverfahren durch die Vermittlungsstelle Die Entnahme von Organen bei verstorbenen Spendern darf gem. § 9 Abs. 1 TPG nur in Entnahmekrankenhäusern nach § 9a TPG durchgeführt werden. Gem. § 9 Abs. 2 TPG darf die Übertragung von Organen verstorbener Spender sowie die Ent- nahme und Übertragung von Organen lebender Spender nur in Transplantationszen- tren nach § 10 vorgenommen werden. Sind Organe im Geltungsbereich des TPG entnommen worden, ist ihre Übertragung nur zulässig, wenn die Organentnahme nach § 11 Absatz 4 Satz 5 durch die Koordinierungsstelle organisiert und unter Be- achtung der weiteren Regelungen nach § 11 durchgeführt worden ist, § 9 Abs. 2 S. 2 TPG. Die Übertragung vermittlungspflichtiger Organe ist darüber hinaus gem. § 9 Abs. 2 S. 3 TPG nur zulässig, wenn die Organe durch die Vermittlungsstelle unter Beachtung der Regelungen nach § 12 Absatz 3 Satz 1 vermittelt worden sind. Für die Errichtung oder Beauftragung der Vermittlungsstelle enthält § 12 Abs. 1 TPG einen Auftrag an den Spitzenverband Bund der Krankenkassen, die Bundesärzte- kammer und die Deutsche Krankenhausgesellschaft oder die Bundesverbände der Krankenhausträger. Die...

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