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Hausväter

im Drama Lessings und des Sturms und Drangs- Über deutsche Dichtungen 7

Wolfgang Wittkowski

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Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand

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Dichtung und Wahrheit, Bd. 17 zitiert aus einem Brief Ulrich von Huttens an Willibald Pirkheimer: Wir Elenden! die dasjenige vernachlässigen, was einem jeden Un- tersten sich über uns zu erheben genügt; hören wir doch auf zu be- neiden und suchen dasjenige auch zu erlangen, was, zu unsrer schimpflichen Beschämung, andre sich anmaßen. Jedes Verlangen nach Ruhm ist ehrbar, aller Kampf um das Tüchtige lobenswürdig; mag doch jedem Stand seine eigene Ehre bleiben, ihm eigene Zierde gewährt sein! Ahnenbilder [und Stammbäume], was auch deren Wert sei, ist nicht unser eigen, wenn wir es nicht durch Verdienst erst eigen machen, auch kann es nicht bestehen, wenn der Adel nicht Sitten, die ihm geziemen, annimmt. „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besit- zen!“ So drückt Faust, eine Figur derselben Epoche, bei Goethe je- nes „Kredo“ aus: „man müsse sich einen persönlichen Adel erwer- ben,“ gegebenenfalls in Ergänzung zum ererbten. In der ersten Hofszene des Götz berichtet der latinisierte bürgerliche Juraprofes- sor Olearius, wie die adligen Jurastudenten zu Bologna „in rühmli- cher Wetteiferung” mit den bürgerlichen sich bestreben, „ihre angeborne Würde durch die glänzendsten Verdienste zu erhöhen.“ Ohlmann-Olearius selbst drängte sich unter die Juristen der Büro- kratien, die im Dienste des Partikularismus anschwollen: Emanzi- pation. Weislingen opferte sein selbständiges Ritterdasein einer Hofkarriere. – Zugleich geht es im Gegenzug um Rechtschaffenheit `von oben:´ um gutes Regieren,...

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