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Zur unterschiedlichen Wahrnehmung des Politischen in den USA und der Bundesrepublik Deutschland

Eine kritische Interpretation

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Arne Arps

In den letzten Jahren waren in den USA und der Bundesrepublik Deutschland deutlich unterschiedliche Sichtweisen in der Betrachtung des Politischen auszumachen. Oftmals sorgen diese unterschiedlichen Bewertungen für Irritationen im Verständnis des Handelns des jeweils Anderen. In dieser Studie wird versucht, diese Unterschiedlichkeit auf zwei Ebenen zu untersuchen und dabei diese Ebenen miteinander zu verbinden. Zunächst wird eine historische Betrachtung vorgenommen, die die jeweiligen Ursprünge der Wahrnehmung und ihre damit einhergehende Verankerung in der Bevölkerung verdeutlichen. Daran schließt sich eine Interpretation mit Hilfe der politischen Denker Siegfried Landshut, Wilhelm Hennis und Ernst Vollrath an.

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1 Einleitung

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Wer sich im Zuge der US-Präsidentschaftswahlen 2008 in den amerikani- schen Kabelnachrichtensendern informieren wollte, konnte dort Zeuge eines politischen Lagerkampfes von zwei konkurrierenden Networks werden. Es handelt sich dabei um den konservativen FOX News Chan- nel (FNC), Marktführer in diesem Segment, und MSNBC, welcher mit einer linksliberalen Prägung die drittgrößte Reichweite erzielt.1 Trotz der Beschäftigung einiger abweichender Kommentatoren ist die grundlegen- de jeweilige Tendenz in der Berichterstattung kaum abzustreiten. Ihren werktäglichen Höhepunkt erreichte diese Auseinandersetzung im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen zur besten Sendezeit, wenn die sogenannten „Pundits“ Bill O´Reilly (FNC) und Keith Olbermann (MSNBC)2 ihre eindeutig parteiische Kommentierung der Nachrichtenlage darboten.3 Und auch nach den Wahlen hat sich in den Einschaltquoten der Trend bestätigt, dass diese Form der Berichterstattung in der Gunst der Zu- schauer dominiert.4 Derartige Auseinandersetzungen erscheinen der deutschen Wahr- nehmung fremd, ebenso wie die in den USA gängige Praxis der Wahl- empfehlungen durch Tageszeitungen. Ein solches Vorgehen in der Bun- desrepublik von der „Financial Times Deutschland“ im Vorfeld der 1 RÜB, Matthias: Die Zuschauer wollen keine Journalisten sehen, in: Frankfur- ter Allgemeine Sonntagszeitung vom 3. Mai 2009; abrufbar unter: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/2.1756/amerikas- nachrichtensender-die-zuschauer-wollen-keine-journalisten-sehen- 1796433.html 2 Olbermann ist inzwischen nicht mehr für MSNBC auf Sendung. 3 BOYER, Peter J.: One Angry Man – Is Keith Olbermann changing TV News?, in: The New Yorker, vom 23. Juni 2008; Abrufbar unter: http://www.newyorker.com/reporting/2008/06/23/080623 fa_fact_boyer. 4 Vgl. Fußnote 1 12 Einleitung Bundestagswahl 2002 löste scharfe Kritik...

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