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Kritische Betrachtungen über Reklame

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Klaus Rodax

«Es ist die absolute Unwahrheit, wenn behauptet wird: «Die Reklame lenkt den Verbrauch zu jenen Waren, von denen sich die Kundschaft die meiste Freude verspricht». Tatsächlich lenkt aber die Reklame den Verbrauch zu jenen Waren, deren Absatz dem Verkäufer den größten Profit bringt; dazu suggeriert man dem Käufer, daß er größere Freude an dieser Ware haben werde – «man bringt ihn dazu, zu glauben ...»» (Theodor Geiger).

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Vorrede

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I. In kapitalistischen Wirtschafts- und Konkurrenzgesellschaften scheinen Konsum und Reklame eng miteinander verknüpft zu sein, denn globaler Handel und Massenproduktion von Luxus- und Gebrauchsgütern sind deren tragende Säulen. Es gibt nur sehr wenige Studien, die sich damit überhaupt auseinandergesetzt haben.1 Theodor Geigers nach siebzig Jahren hier erstmals in deutscher Übersetzung in Buchform publizierte Monographie ist fraglos eine solche. Sie ist – werkgeschichtlich gesehen – zweifellos die bedeutendste unter den (wirtschafts-)soziologischen Stu- dien, denen Geiger sich in der ersten Hälfte der vierziger Jahre als einem Forschungsschwerpunkt besonders widmete, und die er unmittelbar nach seiner Berufung auf den Lehrstuhl für Soziologie und Wirtschafts- geschichte an der Universität Aarhus im Spätsommer 1938 mit Elan in Angriff nahm. Wie ernst Geiger seinen Untersuchungsgegenstand nahm, der damals im Deutschen üblicherweise „Reklame“ hieß, und wie akribisch er die Forschungsarbeit anging, geht aus einer seiner wenigen verbürg- ten Äußerungen in einem Brief an den Dekan der Wirtschaftswis- senschaftlichen und Juristischen Fakultät der Universität Aarhus her- vor, in dem er wegen „des unvorhergesehen umfangreichen Stoffs“ darum bittet, seine Übungen und Vorlesungen im Semester „mit Blick auf den unmittelbaren Nutzen“ seiner Recherchen an der Handelshochschule in Kopenhagen „für meine Lehre“ verschieben zu dürfen: 1 Siehe dazu auch in diesem Band den Abschnitt „Historische Schriften“ im Kapitel „Die Genesis der Reklame“, Seite 45 f. VIII Kopenhagen, den 14. Februar 1940. Vanløse2. Skjulhøj Allé 68I m3. Lieber Dr. Illum, die Bearbeitung des unvorhergesehen umfangreichen Stoffes, den...

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