Show Less

Kritische Betrachtungen über Reklame

Series:

Klaus Rodax

«Es ist die absolute Unwahrheit, wenn behauptet wird: «Die Reklame lenkt den Verbrauch zu jenen Waren, von denen sich die Kundschaft die meiste Freude verspricht». Tatsächlich lenkt aber die Reklame den Verbrauch zu jenen Waren, deren Absatz dem Verkäufer den größten Profit bringt; dazu suggeriert man dem Käufer, daß er größere Freude an dieser Ware haben werde – «man bringt ihn dazu, zu glauben ...»» (Theodor Geiger).

Prices

Show Summary Details
Restricted access

II. TEIL: PSYCHOLOGISCHE STREIFLICHTER

Extract

II. TEIL PSYCHOLOGISCHE STREIFLICHTER Psychologie und Psychologismus in der Reklame DIE PSYCHOLOGIE GREIFT EIN. Die Reklamewissenschaft beginnt mit dem Erscheinen der Reklamepsychologie. Die Reklame befand sich bis 1900 in ihrer extensiven Periode. Sie hatte das Wirtschaftsleben durch- drungen und war zu einer Institution geworden, wurde aber ohne Über- legung gehandhabt. Ihre Möglichkeiten waren so groß, daß es sich lohnte, sie aufs Geratewohl anzuwenden. Die Wirkung war fast immer gut – bis- weilen aufsehenerregend; in dem Fall war sie einem besonderen Glück oder einem sechsten Sinn zu verdanken. Die Leitfäden der damaligen Zeit zeigen das wenige, was routinemäßig gelernt werden konnte. Sie führen die Arten der Werbemittel auf, belehren über Druck- und Illu- strationstechnik, graphische Anordnung, Korrekturlesen, Preistarife und ähnliches. Die Reklame ist in diesem vorwissenschaftlichen Stadium eine rein technische Aufgabe. Die Technik läßt sich beschreiben; aber gute Reklame zu machen, ist eine Sache der Übung und des Talents. Gegen 1900 begann das Gesetz der sinkenden Erträge zu wirken. Seit alle Reklame betrieben, war der Erfolg des einzelnen weniger glänzend. Der Verbraucher wurde mit verlockenden Angeboten überhäuft und stumpfte ab. Manch eine Stimme erstickte im allgemeinen Geschrei. Es bedurfte besonderer Mittel, um sich geltend zu machen. Das extensiv durch die Menge der Reklame zu tun, war auch jetzt noch möglich, aber kostspielig, da die Tarife gestiegen waren. Die Intensivierung der Rekla- me setzte ein, und die Psychologie verhalf zum ersten Schritt. Der Anstoß ging wahrscheinlich von der Werbebranche aus, die begriff, da...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.