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Literatur und Freiheit von Lessing bis zur Gegenwart

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Bodo Heimann

Das Buch ist mehr als eine Sammlung teils bisher verstreut veröffentlichter, teils noch unveröffentlichter Aufsätze, Essays und Vorträge. Die Autoren und Texte ergänzen sich in einem vielfältigen Zusammenhang europäischer literarischer Geschichte der Neuzeit, in dessen Mittelpunkt es um die Wiederbelebung und Verwirklichung von Freiheit geht. Die Autoren verständigen sich über Jahrhunderte hinweg: Lessing in seinem lebhaften und nie abgeschlossenen Denken mit Autoren der Renaissance; Goethe mit seiner Wiederbelebung der göttlichen Pandora, für die sich im 20. Jahrhundert auch Peter Hacks begeistert; Kleist mit seinen Frauengestalten; Eichendorff mit seiner Teilnahme am Freiheitskrieg und seiner Verspottung der Restauration; Heine mit seiner Selbstbefreiung durch Ironie und Spott und seiner Sympathie für Götter und Frauen. Was die Literatur um 1800 mit dem Avantgardismus des 20. Jahrhunderts verbindet, wird deutlich; und auch, wie leicht im 20. Jahrhundert der Gewinn von Freiheit in neue Zwänge umschlagen kann.

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Hermann Sudermanns Drama „Die Ehre“ und die schwankende Ehre seiner Zeit

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Als ich aus einem meiner offenen Bücherregale Sudermanns Stück „Die Ehre“243 herausnahm, sah ich, dass das Buch Staub angesetzt hatte und wohl lange nicht mehr benutzt worden war. Ich blies den Staub weg und las es wieder neu. Etwas ähnliches möchte ich mit diesem Vortrag tun: „Die Ehre“ wieder hervorholen und – den Staub wegpusten. Handlungsräume und Personenkonstellation Ich erinnere zunächst an die Handlung: Nach neunjährigem Aufenthalt in Indien kehrt Robert Heinecke in sein kleinbürgerliches Elternhaus nach Berlin zurück. In die Enge der Verhältnisse kann er sich nicht hineinfinden. Als er erfährt, dass seine Schwester Alma intime Beziehungen zu Curt Mühlingk, dem Sohn seines Prinzi- pals im Vorderhaus, unterhält, gerät er außer sich und verlangt Genugtuung für die seiner Meinung nach verletzte Ehre. Die Genugtuung wird in Form einer sehr ho- hen Geldsumme gewährt, worüber die Eltern und auch Alma selbst froh sind, Ro- bert aber noch wütender wird. Gleichzeitig mit der Überreichung des Schecks teilt Vater Mühlingk den Eltern mit, dass Robert aus der Firma entlassen sei und seine Abrechnung erwartet werde. Zusammen mit den Papieren nimmt Robert zur Ab- rechnung einen Revolver mit, um den Verführer seiner Schwester zu töten. Dem Grafen Trast aber gelingt es, seinen Freund Robert zu beruhigen, es kommt ledig- lich zu einer verbalen Konfrontation, in deren Verlauf Leonore Mühlingk, Kurts Schwester, sich entschieden zu Robert bekennt. Sie will ihr Elternhaus verlassen...

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