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Literatur und Freiheit von Lessing bis zur Gegenwart

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Bodo Heimann

Das Buch ist mehr als eine Sammlung teils bisher verstreut veröffentlichter, teils noch unveröffentlichter Aufsätze, Essays und Vorträge. Die Autoren und Texte ergänzen sich in einem vielfältigen Zusammenhang europäischer literarischer Geschichte der Neuzeit, in dessen Mittelpunkt es um die Wiederbelebung und Verwirklichung von Freiheit geht. Die Autoren verständigen sich über Jahrhunderte hinweg: Lessing in seinem lebhaften und nie abgeschlossenen Denken mit Autoren der Renaissance; Goethe mit seiner Wiederbelebung der göttlichen Pandora, für die sich im 20. Jahrhundert auch Peter Hacks begeistert; Kleist mit seinen Frauengestalten; Eichendorff mit seiner Teilnahme am Freiheitskrieg und seiner Verspottung der Restauration; Heine mit seiner Selbstbefreiung durch Ironie und Spott und seiner Sympathie für Götter und Frauen. Was die Literatur um 1800 mit dem Avantgardismus des 20. Jahrhunderts verbindet, wird deutlich; und auch, wie leicht im 20. Jahrhundert der Gewinn von Freiheit in neue Zwänge umschlagen kann.

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Thomas Manns ‚Doktor Faustus‘ und die Musikphilosophie Adornos

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Darstellung und Deutung der Musik und Musiktheorie in Thomas Manns ‚Doktor Faustus‘ haben unterschiedliche Beurteilungen erfahren, auch von den Musik- theoretikern, deren Äußerungen in diesem Zusammenhang besonderes Interesse verdienen, wenngleich sie naturgemäß begrenzte Gültigkeit besitzen, dem Ganzen des Romans nicht gerecht zu werden vermögen und schon darum die Rolle der Musiktheorie in diesem Roman nicht wirklich erkennen. Die Gesamtabsicht des Dichters bleibt bei ihnen außerhalb der Betrachtung. Ein Teilaspekt wird verabso- lutiert. So bleiben die Aussagen begrenzt, die Wertungen unbefriedigend. Positiven Beurteilungen wie denen von Klaus Pringsheim408 und Hans Heinz Stuckenschmidt409 stehen kritischere wie die von Erich Doflein410 oder gar ableh- nende wie die von Hans Engel411 gegenüber. 408 Klaus Pringsheim: Der Tonsetzer Adrian Leverkühn. Ein Musiker über Thomas Manns Roman, in: Der Monat, Jan. 1949, H. 4, S. 84-91. Pringsheim bestimmt die Musik als „das unpersönlich-überpersönliche Thema des Faustus- Romans, sein Milieu und seine Atmosphäre“ (S. 86). Die überpersönliche Bedeutung des Themas wird allerdings nicht recht deutlich. Das Problem verlagert sich bei Pringsheim schnell von der künstlerischen auf die politische Ebene. Die Beschäftigung Thomas Manns mit der ihm fremden Zwölftontechnik sieht er als Opfer, das der Dichter „nicht um des ak- tuell-musikhistorischen Aspekts willen brachte ... sondern wegen ... ihres deutsch- geschichtlichen Hintergrundes, der mit ihr unlöslich verbunden ist.“ (S. 89) Damit ist die Musiktheorie als Paradigma für die gegenwärtige Lage der Kunst aber zu sehr ihres eigenen Schwerpunkts beraubt. Gerade in ihr, nicht...

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