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Literatur und Freiheit von Lessing bis zur Gegenwart

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Bodo Heimann

Das Buch ist mehr als eine Sammlung teils bisher verstreut veröffentlichter, teils noch unveröffentlichter Aufsätze, Essays und Vorträge. Die Autoren und Texte ergänzen sich in einem vielfältigen Zusammenhang europäischer literarischer Geschichte der Neuzeit, in dessen Mittelpunkt es um die Wiederbelebung und Verwirklichung von Freiheit geht. Die Autoren verständigen sich über Jahrhunderte hinweg: Lessing in seinem lebhaften und nie abgeschlossenen Denken mit Autoren der Renaissance; Goethe mit seiner Wiederbelebung der göttlichen Pandora, für die sich im 20. Jahrhundert auch Peter Hacks begeistert; Kleist mit seinen Frauengestalten; Eichendorff mit seiner Teilnahme am Freiheitskrieg und seiner Verspottung der Restauration; Heine mit seiner Selbstbefreiung durch Ironie und Spott und seiner Sympathie für Götter und Frauen. Was die Literatur um 1800 mit dem Avantgardismus des 20. Jahrhunderts verbindet, wird deutlich; und auch, wie leicht im 20. Jahrhundert der Gewinn von Freiheit in neue Zwänge umschlagen kann.

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Krieg, Flucht und Nachkriegszeit in Christine Brückners Poenichen Roman-Trilogie

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Erich Loest erinnerte in der Morgenpost Dresden anlässlich des Erscheinens der Novelle „Im Krebsgang“484 an den Roman „Heimatmuseum” von Siegfried Lenz mit folgenden Worten: „Unlängst wurde behauptet, Grass habe mit seinem Buch über den Untergang der ‚Gustloff‘ ein Tabu gebrochen – das Thema Flucht aus dem deutschen Osten sei bislang eine Domäne der Rechten gewesen. Damit wur- den u.a. Kempowskis ‚Echolot‘ und das Wirken der Gräfin Dönhoff ebenso negiert wie dieser Roman über die Vernichtung Ostpreußens. ... Bescheiden bleiben, Gün- ter. Freund Siegfried war längst da.“ Aber auch ‚Freund Günter‘ war längst da, denn das Thema spielte schon in der ‚Blechtrommel‘ eine Rolle485 – und davor und danach auch bei vielen anderen Autoren. Louis Ferdinand Helbig schreibt in seiner Studie “Der ungeheure Verlust. Flucht und Vertreibung in der deutschsprachigen Belletristik der Nachkriegszeit”: „Es sind nach vorsichtiger und vorläufiger Schätzung ... etwa hundert Autoren zu nen- nen... rund fünfzig ernstzunehmende Romane, weit über hundert Erzählungen und eben- soviele Kurzgeschichten, dazu eine unübersehbare Zahl an Einzelgedichten, auch einige Gedichtzyklen und Dramen.”486 Hinzu kommen Anthologien, Hörspiele und Fernsehverfilmungen. Helbig widerspricht einerseits dem Vorurteil, eine Literatur der Vertreibung gebe es gar nicht, wie auch andererseits dem Vorwurf, es handle sich um massen- haft verbreitete Literatur geringer Qualität, und kommt zu folgenden Ergebnissen: 1. Es existiere ein umfangreiches Korpus von teilweise erstrangigen belletristi- schen Werken aller Genres zum Thema ‚Flucht und Vertreibung‘487 484 Günter Grass: Im Krebsgang, Novelle...

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