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Das Gute und das Böse in der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur

Eine Untersuchung bezogen auf Werke von Joanne K. Rowling, J.R.R. Tolkien, Michael Ende, Astrid Lindgren, Wolfgang und Heike Hohlbein, Otfried Preußler und Frederik Hetmann

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Nils Kulik

Die Untersuchung umfasst drei Teile: Im ersten Teil liegt der Schwerpunkt auf einer Darstellung und Diskussion der Forschungsgeschichte und des Forschungsstandes zum kinder- und jugendliterarischen Phantastikbegriff. Zudem wird eine Abgrenzung zu benachbarten Textsorten vorgenommen. Auf Grundlage der strukturalen Textanalyse werden im zweiten Teil repräsentative Texte der wichtigsten Autoren phantastischer Kinder- und Jugendliteratur interpretiert. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse schließt diesen Abschnitt ab. Im dritten Teil finden die Funktionen von Phantastik und Fantasy Berücksichtigung, insbesondere die entwicklungsunterstützende und die Orientierungsfunktion. Diese Überlegungen basieren auf der psychoanalytischen Entwicklungstheorie und soziologischen Befunden zur Postmoderne.

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III. Funktionen der Phantastik und Fantasy

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349 1 .2 Erkenntniserweiterung durch phantastische Literatur Neben dieser kritischen, befreienden Funktion kommt der Phantastik eine Er­ kenntnisfunktion zu: Nach Haas kann die phantastische Literatur , , [ . . . ] die nicht­ nur-rationalen erfahrungen von dem, was der mensch ist, bzw. was die nicht nur materialistisch verstandene wirklichkeit ist, aktivieren."s02 Unter Bezug auf Franz Fühmanns Aufsatz "Das mythische Element in der Literatur"s03 stellt Haas eine Verbindung des Mythisch-Phantastischen zur Aufklärung her: "Es spricht von den Grundelementen des Menschseins: über die Suche nach Sinn, über die Suche des Menschen nach sich selbst, über die Suche nach dem Unbe­ dingten."s04 Bereits Klingberg hat festgestellt: "Sie [die phantastischen und my­ thischen Kinder- und Jugenderzählungen] erzählen in ihrer Ganzheit, ohne es allzu deutlich hervorzuheben, von menschlichen Eigenschaften, Bedürfnissen und Problemen, von unseren Idealen und Hoffnungen."s05 Phantastik, Fantasy und Mythos bieten nach Haas eine äquivalente Realitätsbeschreibung und errei­ chen mit ihren bildlichen und handlungsbezogenen Darstellungen Bereiche, über die die Vernunft keine oder unzulängliche Aussagen treffen kann. Sie stellen demnach eine spezifische Form der Erkenntnis dar.s06 Vernunfterkenntnis und Erkenntnis über den Mythos schließen sich dabei nicht gegenseitig aus, sie er­ gänzen einander.s07 Mit Walter Popp lässt sich zusammenfassen : "Rationalität und das Irrationale, Logos und Mythos, wissenschaftliche Erkenntnis und sub­ jektive Erfahrung, Denken und Geruhl, Empirie und Phantasie, Bewußtes und Unbewußtes lassen sich nicht gegenseitig ausgrenzen. "S08 In dieser Grenzüber­ schreitung der Vernunft sieht Haas einen wesentlichen Grund rur den Erfolg von phantastischer Kinder-...

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