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Fernsehen für Europa

Transnationale mediale Öffentlichkeit als kulturpolitischer Auftrag der EU

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Jan Büchel

Europa und Fernsehen – wie passt das zueinander? Die zwei Begriffe werden im Alltag üblicherweise nicht zusammen gedacht. Wenn das Projekt Europa jedoch auch zukünftig erfolgreich sein soll, werden die Bürger in Europa mehr miteinander über Europa kommunizieren müssen. Zahlreiche Politikbereiche und Institutionen in Europa und insbesondere auf den verschiedenen Ebenen der Europäischen Union zeichnen für den gegenwärtigen Status medialer Kommunikation in Europa verantwortlich. Wie könnte es gelingen, in einem Europa der nationalen Perspektiven und Interessen einen länderübergreifenden medialen Austausch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Europas zu realisieren? Warum muss das Fernsehen dabei eine zentrale Rolle einnehmen? Und welche Faktoren sollten berücksichtigt werden, damit eine solche Kommunikation hinreichend wahrscheinlich wird? Auf solche Fragen bietet diese Untersuchung Antworten, um den Diskurs zum Fernsehen in Europa zu fundieren. Auf der beiliegenden CD finden sich Experteninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern u.a. des Europäischen Parlaments, von Arte, 3SAT, EBU und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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1. Einleitung

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„Was wir als Option erkennen und anerkennen, hängt nicht zuletzt von unseren Paradigmen und Kategorien der Wahrnehmung ab.“ Wolfgang SCHMALE (2010) 1.1 Kontextualisierung und erkenntnisleitendes Interesse Europa und Fernsehen – wie passt das zusammen? Es sind zwei Begriffe, die im Alltag üblicherweise nicht zusammen gedacht werden. Wenn das ‚Projekt‘ Eu- ropa jedoch zukünftig erfolgreich sein soll, werden die Bürger in Europa mehr miteinander über Europa kommunizieren und wird das Fernsehen dabei eine Schlüsselrolle einnehmen müssen – das ist eine grundlegende Hypothese dieser Untersuchung. Doch wie könnte es gelingen, in einem Europa der nationalen Perspektiven und Interessen einen länderübergreifenden medialen Austausch über Vergangen- heit, Gegenwart und Zukunft Europas zu realisieren? Warum muss das Fernse- hen dabei eine zentrale Rolle einnehmen? Und welche Faktoren sollten berück- sichtigt werden, damit eine solche Kommunikation via des Mediums Fernsehen hinreichend wahrscheinlich wird? Das sind die Fragen, denen sich diese Unter- suchung stellen und die sie beantworten wird.1 Eine Analyse der vergangenen und bestehenden Versuche, europäisches Fernsehen zu machen, bildet den Nukleus dieser Arbeit. Diese vergleichende Betrachtung findet an Hand von Bewertungskriterien statt, die zuvor in der Aus- einandersetzung mit den Themenkomplexen Öffentlichkeit und Identität in ihrer europäischen Ausprägung sowie den spezifischen Fragen des Kontinents Europa und medialer Kommunikation per se entwickelt werden. Nach der definitorischen 1 Dieser Untersuchung wird eine Defition von Kommunikation als „Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehreren Personen, wobei die Mitteilung sprachlich (verbal) oder/und nichtsprachlich (nonverbal) erfolgen kann“ (KÖCK/OTT...

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