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Die Johanniterballei Westfalen

Unter besonderer Berücksichtigung der Lebensformen der Zentralkommende Steinfurt und ihrer Membra

Marc Sgonina

Diese Arbeit klärt die Verknüpfung der Kommende Steinfurt zu seinen Membra, vor allem jedoch ihr Wirken als Filialkommende der Ballei Westfalen. Zu diesem Zweck wurden die Tätigkeiten des Balleiers von Westfalen untersucht. Hierfür war es unabdingbar, die Arbeit der Johanniter vor Ort, d.h. in Steinfurt selbst, zu berücksichtigen. Ziel war es, ein Gesamtbild der Geschichte der Kommende herauszuarbeiten. Schwerpunkte sind dabei das institutionelle Wirken der Johanniter auf die Aspekte Wirtschaft und Politik in der Region, sowie die Einsicht in die Verwaltungsstruktur der Kommende. Der Forschungszeitraum endet mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Komtur und Mitglieder des Ordens in Steinfurt waren 1622 nach Münster gezogen.

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4. Die Ballei Westfalen

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4 Die Ballei Westfalen Obwohl der Johanniterorden seine Gründung mit dem Hospital von Jerusalem um 1080 verbindet, wurde dieses Spital bereits 1048 durch den Kaufmann Pan- taleon Mauro aus Amalfi20 erbaut. Dieser stand in guter Beziehung mit dem Ka- lifen Monastir. Der Versuch der Johanniter, die Eigenständigkeit der Gründung des Hospitals zu beweisen, ist auch bei anderen Orden nachweisbar, wie zum Beispiel dem Deutschen Orden. Es sollte damit der Anschein vermieden werden, dass die Johanniter dem Hospital untergeordnet seien.21 Nach der Eroberung des Heiligen Landes durch die Christen schwoll der Strom von Pilgern an. Das gesamte Mittelalter hindurch reisten Gläubige zu den heiligen Stätten Palästinas, insbesondere nach Jerusalem. Hospize waren drin- gend benötigte Rast- und Pflegestationen der Wallfahrer, doch durch die zuneh- mende Anzahl an Pilgern entstand die Notwendigkeit, neue Formen der Fürsorge für die Reisenden zu entwickeln. Als der Bruder Gerhard in Jerusalem das oben erwähnte Hospiz mit dem Namen „Hospital des Heiligen Johannes“22 übernahm, war dies der Grundstein für ein Netz aus Herbergen, die dem Pilger den Reise- weg von Europa nach Palästina erleichterten. 1113 wurden die Gründung und alle dem Hospital zu Jerusalem zugewandten Schenkungen durch Papst Pascha- lis II. bestätigt. Außerdem verlieh er den Brüdern das Recht, einen eigenen Vor- steher zu wählen. Dieses Recht machte die Bruderschaft jedoch noch nicht zu ei- nem eigenständigen Orden. Erst als Papst Anastasius IV. in der Bulle vom 21. Oktober...

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