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Die Johanniterballei Westfalen

Unter besonderer Berücksichtigung der Lebensformen der Zentralkommende Steinfurt und ihrer Membra

Marc Sgonina

Diese Arbeit klärt die Verknüpfung der Kommende Steinfurt zu seinen Membra, vor allem jedoch ihr Wirken als Filialkommende der Ballei Westfalen. Zu diesem Zweck wurden die Tätigkeiten des Balleiers von Westfalen untersucht. Hierfür war es unabdingbar, die Arbeit der Johanniter vor Ort, d.h. in Steinfurt selbst, zu berücksichtigen. Ziel war es, ein Gesamtbild der Geschichte der Kommende herauszuarbeiten. Schwerpunkte sind dabei das institutionelle Wirken der Johanniter auf die Aspekte Wirtschaft und Politik in der Region, sowie die Einsicht in die Verwaltungsstruktur der Kommende. Der Forschungszeitraum endet mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Komtur und Mitglieder des Ordens in Steinfurt waren 1622 nach Münster gezogen.

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6. Güterbesitz der Kommende Steinfurt

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6 Güterbesitz der Kommende Steinfurt 6.1 Tendenz der Besitzentwicklung Die Erwerbungen der Johanniter bestanden zum größten Teil aus Grund und Bo- den. Andere Vermögensobjekte werden in den Urkunden nur selten genannt. Die Besitzungen der Johanniter waren in der Form der geistlichen Grundherrschaft im typischen Streubesitz angeordnet. Zwar dehnte sich der Besitz weit über das Münsterland hinaus, lag aber in der Hauptmasse um Steinfurt, wo sich der Mit- telpunkt der Verwaltung befand.297 Der Streubesitz unterteilte sich in viele ländliche Besitzungen, Kleinbetrie- be, einzelne Güter und einzelne Grundstücke, die dann meist einer Verwaltungs- einheit zugeordnet oder weiter verpachtet wurden. Die Besitzungen hatte der Or- den durch Schenkungen, Kauf oder Tausch erworben. Es handelte sich zu Be- ginn um die Form der Villikations- oder Fronhofsverfassung. die etwa ab dem 13. Jahrhundert in die Grundherrschaft überging.298 Die Besitzentwicklung der Johanniter wurde durch das Wohlwollen der Her- ren von Steinfurt gefördert. Durch sie war das Ordenshaus gegründet worden und ihr Fortbestehen war durch Schenkungen, Genehmigungen sowie Kauf- und Tauschverträge gesichert. Wie sich die Johanniter die fortwährende Gunst der Herren von Steinfurt verdienten, ist nicht bekannt.299 Trotzdem war das Verhält- nis zwischen den Herren zu Steinfurt und der Kommende bis zur Reformation eher positiv. So trat beispielsweise am 1. Juni 1270 der Edlen Johannes von Steinfurt dem Johanniterorden bei.300 Die Herren von Steinfurt waren die ersten, die den Johannitern Gunstbezeu- gungen erwiesen. Andere Adlige und ihre Untergebenen folgten ihnen und leg- ten durch ihre...

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