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Das Kartellrecht der Sportregeln

Christian Dietz

Mit der Entscheidung in Sachen Meca-Medina und Majcen erklärte der Europäische Gerichtshof die Anwendbarkeit des europäischen Kartellrechts auf sportverbandliche Regelungen. Müssen Sportverbände nun fürchten, dass all ihre Regeln am Maßstab des Kartellrechts zu messen sind? Welche Folgen hätte es dann auf einen sportlichen Wettbewerb, sollte eine sportverbandliche Regel gemäß Art. 101 Abs. 2 AEUV nichtig sein? Aus dogmatischer Sicht stellt sich auch die Frage neu, wie der Tatbestand des Art. 101 Abs. 1 AEUV von der Freistellungsmöglichkeit des Art. 101 Abs. 3 AEUV abzugrenzen ist, denn der EuGH nahm im Verfahren eine umfassende Würdigung der Gesamtumstände bereits auf Tatbestandsebene des Kartellverbotes vor. In diesem Zusammenhang beantwortet der Autor aus Sicht der Transaktionskostentheorie auch die Frage, warum sich die einzelnen Sportler überhaupt zu einem Verband zusammenschließen.

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2. Kapitel: Grundlagen

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Bevor die eben angesprochenen Fragen geklärt werden, kommt man nicht um- hin, in einem ersten Schritt die Eigenheiten des Sportes und des Verbandswesens zu erörtern, um so überhaupt die Bedeutung des Urteiles samt seiner Auswirkun- gen einschätzen zu können. § 1 Die Verbandspyramide Sportler bzw. Vereine sind in der Regel in einem Verband zusammengefasst. Sportregeln werden von diesem Verband erlassen und ihre Durchsetzung über- wacht1. Ein Verband kann entweder ein besonders mitgliederstarker Verein sein oder ein Verein, dessen Mitglieder wiederum Vereine sind und der daher als Dachorganisation fungiert2. Sofern die Sportler bzw. Vereine selbst nicht Mit- glied im Verband sind3, wird die Regelgeltung gegenüber diesen durch eine gesonderte Unterwerfungserklärung wie bspw. bei Beantragung eines Spieler- passes herbei geführt4. Prägend für die Verbandsstruktur der meisten bekannten 1 Summerer in: Fritzweiler/Pfister/Summerer, Praxishandbuch Sportrecht, S. 104. Zu den Funk- tionen eines Verbandes: Vieweg, Normsetzung und -anwendung deutscher und internationaler Ver- bände, S. 28 f. 2 Weick in: Staudinger, Kommentar zum BGB, § 21, Rn. 36. Zur etymologischen Begriffsüber- einstimmung: Reichert, Vereins- und Verbandsrecht, Rn. 15: Etymologisch haben die Worte Verein und Verband als eine Bezeichnung für die Verbindung von Personen die gleiche Bedeutung. Aus rechttatsächlicher Sicht sind bei einem Verein die Mitglieder in der Regel natürliche Personen, während dies bei (Sport-) Verbänden Vereine oder untergeordnete Verbände sind. Organisatorisch gesehen ist der Verband dem einzelnen Verein daher übergeordnet, vgl. hierzu Wüterich/Breucker in: Adolphsen/Nolte/Lehner/Gerlinger, Sportrecht in der Praxis, Rn....

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