Show Less

Glaube und Denken

Jahrbuch der Karl-Heim-Gesellschaft- 26. Jahrgang 2013

Series:

Edited By Martin Rothgangel and Ulrich Beuttler

Karl Heim (1874-1958) prägte als Theologe an den Universitäten Halle, Münster und seit 1920 in Tübingen Generationen von Pfarrern. Unter seinen Zuhörern befanden sich auch viele Nicht-Theologen, weil er komplizierte naturwissenschaftliche Sachverhalte zutreffend elementarisieren und zugleich den christlichen Glauben mit diesen Ergebnissen in einen fruchtbaren Dialog bringen konnte. Der 26. Jahrgang dieses Jahrbuchs widmet sich insbesondere dem Verhältnis von Weltanfang und Schöpfungsglauben sowie der (natur-)philosophischen Interpretation von physikalischen Theorien. Es möchte im Sinne Karl Heims zu einer biblisch-christlichen Orientierung in einer technisch-naturwissenschaftlich geprägten Welt anleiten.
Volume 26 of the yearbook of the German Karl Heim Society presents a variety of articles concerning the dialogue between theology and the natural sciences. The authors want to show the enduring significance of Karl Heim’s insistence on the dialogue between theology and the natural sciences, and to further the intention of the Karl Heim Society to present a biblical Christian orientation in a world shaped by technology and sciences. Though the contributions are in German, an extensive summary in English is appended to each of them.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Gunter M. Schütz: Der Aufbau von Komplexität in physikalischen Systemen

Extract

97 Gunter M. Schütz Der Aufbau von Komplexität in physikalischen Systemen 1. Die Stellung des Komplexen im Kosmos Mikro- Makro- und Mesokosmos 1.1. Die Frage, „was die Welt im Innersten zusammen hält“, bewegt die Menschheit von alters her. In ihrer modernen Ausformulierung ist sie die Frage nach der „Weltformel“, nach einem konzeptuell einfachen Na- turgesetz, aus dem sich alle anderen empirischen Gesetzmäßigkeiten ab- leiten lassen. Damit ist diese Frage im Mikrokosmos angesiedelt, der Welt der Elementarteilchen und Elementarkräfte, die nur mit gewaltigen Forschungsinstrumenten wie Teilchenbeschleunigern oder Detektoren für kosmische Strahlung untersucht werden kann. Obwohl mathema- tisch höchst anspruchsvoll und physikalisch der Alltagsanschauung schwer zugänglich, ist der quantenphysikalische Mikrokosmos letztlich sehr einfach. Mit nur drei Grundkräften lassen sich alle Phänomene der Welt der Elementarteilchen erklären. Die elektromagnetische Wechsel- wirkung beschreibt umfassend alle Bereiche der Elektrizität, des Magne- tismus und des Lichts. Sie ist quasi für den Bereich der Atome und ihrer Wechselwirkungen untereinander zuständig. Dazu kommen die so ge- nannte starke und die schwache Wechselwirkung, die auf subatomarer Ebene den Aufbau und auch den Zerfall von Atomen beschreibt. Mit nur wenigen mathematischen Formeln und einigen physikalischen Parame- tern wie der Lichtgeschwindigkeit oder den Massen von Elementarteil- chen lassen sich diese Gesetzmäßigkeiten auf ein Blatt Papier niederschreiben. Dennoch ist die mikroskopische Wirklichkeit noch einfacher, als es diese drei Grundkräfte erscheinen lassen. Diese drei Grundgesetze lassen sich im Rahmen einer einheitlichen Theorie, dem so genannten Standardmo- dell,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.