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Erziehung zur Mündigkeit und Kants Idee der Freiheit

Markus Speidel

Obwohl der Mündigkeitsbegriff seine herausragende Stellung in der erziehungswissenschaftlichen Diskussion mittlerweile eingebüßt hat, ist er immer noch als Erziehungsziel gegenwärtig. Wer von Mündigkeit redet, meint – mal mehr, mal weniger explizit – das Verantwortung begründende Freiheitsvermögen, sich selbst regieren zu können. Angenommen, die moderne Hirnforschung hätte Recht und Freiheit wäre tatsächlich nur eine Illusion, müsste mit der Unmöglichkeit von Freiheit und Verantwortung
konsequenterweise auch der Mündigkeitsbegriff verworfen werden. Kants Idee der Freiheit zeigt, warum Freiheit trotz (neuronaler) Determination widerspruchsfrei gedacht werden kann. Diese Fundierung des Mündigkeitsbegriffs in der Idee der Freiheit schränkt zugleich auch die Bandbreite dessen ein, was Mündigkeit sein kann und nimmt dem Begriff so seine Beliebigkeit.

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Inhaltsverzeichnis

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1 Einleitung ........................................................................................................ 11 2 Mündigkeit – ein Einblick ............................................................................... 21 2.1 Die Wurzeln des Begriffs .......................................................................... 21 2.2 Mündigkeit und Mündigkeitsfiktion vor Kant .......................................... 24 2.3 Kants Beantwortung der Frage: „Was ist Aufklärung?“ .......................... 29 2.4 Mündigkeit und Demokratie – Lehren aus der deutschen Vergangenheit ........................................................................................... 35 2.4.1 Das Vaterland fordert mündige Bürger .............................................. 35 2.4.2 Mündigkeit und die Kritik der „Neuen Linken“ ................................ 47 2.5 Mündigkeit zwischen Erziehungsziel und Pathosformel .......................... 58 2.5.1 Erziehungsziel Mündigkeit – Wert oder Qualifikation? .................... 58 2.5.2 Pathosformel Mündigkeit ................................................................... 63 2.6 Ein Zwischenergebnis unter Vorbehalt ..................................................... 69 3 Illusion Freiheit: Ergebnisse der modernen Hirnforschung ............................ 75 3.1 Hirnforschung und die Illusion der Willensfreiheit .................................. 75 3.2 Ist der Wille doch frei? .............................................................................. 86 3.2.1 Philosophische Rettungsversuche ...................................................... 86 3.2.2 Einwendungen aus Sicht der Hirnforschung ...................................... 95 4 Die Freiheitslehre Immanuel Kants .............................................................. 105 4.1 Transzendentalphilosophische Grundlagen ............................................ 105 4.1.1 Die transzendentale Ästhetik ............................................................ 107 4.1.2 Die transzendentale Logik ................................................................ 110 4.1.3 Realität und Ding an sich ................................................................. 121 4.1.4 Die Dritte Antinomie ........................................................................ 124 10 4.2 Die Autonomie des Willens und das Faktum der Vernunft .................... 134 4.3 Kants Maximenethik ............................................................................... 143 4.3.1 Der kategorische Imperativ .............................................................. 143 4.3.2 Die rigorose Ablehnung der Lüge .................................................... 148 4.3.3 Die Unmöglichkeit einer Pflichtenkollision .................................... 151 4.3.4 Schwächen der kantischen Pflichteinteilung und Konsequenzen für das Lügeverbot ........................................................................... 162 4.4 Mündigkeit und kantische Freiheitslehre ................................................ 173 4.4.1 Geschichtliche Aspekte und rechtsphilosophische Grundlagen ...... 173 4.4.2 Der Ausgang aus selbstverschuldeter Unmündigkeit ...................... 179 4.4.3 Der Fortschritt der Gattung als Motivation zu moralischem Handeln? .......................................................................................... 190 4.4.4 Mündigkeit als Rechtsbegriff in einem Staat von...

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