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Werte und Bürgerschaftliches Engagement – Perspektiven für Familie und Religion

Eine vergleichende Studie zu familiären und religiösen Werten sozial engagierter Bürger in der Bundesrepublik Deutschland und Tschechien

Michaela Möllers

Die Globalisierung bietet Chancen, lässt aber zuweilen den Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes tief verunsichert zurück. Offensichtlich gibt es eine Diskrepanz zwischen innerem Werteverständnis und Alltagserleben, nicht zuletzt für die jungen Generationen. Werte müssen gelernt, gelebt und überliefert werden. Das freiwillige Engagement im sozialen Bereich könnte sich als ein solcher Träger von gelebten Werten erweisen. Die international angelegte Studie vergleicht zum ersten Mal ausführlich die Wertemuster von sozial engagierten Menschen mit denen der Durchschnittsbevölkerung. Die Autorin weist ein kulturübergreifendes Wertemuster nach und belegt empirisch, dass sich das Engagement im sozialen Bereich als ein Milieu auszeichnet, in dem echte Wertevermittlung und echter Werterhalt gefördert werden.

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5 Werte und Bürgerschaftliches Engagement

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Im folgenden Kapitel wird im Umriss auf die wissenschaftliche Diskussion zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ eingegangen. Neben der Erläuterung der Spezifika des sozialen Bereichs liegt der Schwerpunkt des Kapitels jedoch bei der Darstellung der Relation von Werten und Bürgerschaftlichem Engage- ment. 5.1 Bürgerschaftliches Engagement in Deutschland und sein Austragungsort „Soziales“ Die aktuellen Daten des Freiwilligensurveys 2009 weisen für die Bundesrepu- blik Deutschland eine Engagementquote von 36% der Bevölkerung auf. Das Ge- samtfeld der freiwilligen Tätigkeit umfasst in der deutschen Öffentlichkeit weite Bereiche. Sie ist als Begriffsumschreibung zu verstehen und nicht auf ein Tätig- keitsfeld beschränkt. Die unbezahlte, am Gemeinwohl orientierte Tätigkeit der Menschen wird als Ehrenamt, Freiwilligenarbeit oder neuen Wortschöpfungen nach als „freiwilliges“ oder „Bürgerschaftliches Engagement“ bezeichnet. Der Sachverhalt, welcher mit diesen Begriffen beschrieben wird, umfasst immer eines: „Menschen engagieren sich in einem organisierten Umfeld eines Ver- bandes, einer Gemeinde, eines Vereins, einer Initiative ohne unmittelba- ren Eigennutz für eine Sache, eine Idee, für eine Gemeinschaft, für an- dere Menschen.“ 509 Die Unbestimmtheit, welche hinsichtlich der Definition der freiwilligen Tätig- keit in Deutschland vorherrscht, findet sich in der Öffentlichkeitsdebatte wie auch in der sozialwissenschaftlichen Diskussion wieder, sodass BEHER, LIE- BIG und RAUSCHENBACH in den vorliegenden Studien eine breite „Begriffs- diffusität“ feststellen.510 Die Autoren führen die bezeichnende semantische Unterscheidung hinsichtlich der Freiwilligentätigkeit auf einen allgemeinen 509 Zitiert nach Beher, K./Liebig, R./Rauschenbach, T. (2002): Das Ehrenamt in empiri- schen Studien – ein sekundäranalytischer Vergleich...

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