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Kinder- und Jugendliteraturforschung 2012/2013

Herausgegeben vom Institut für Jugendbuchforschung der Johann Wolfgang Goethe-Universität (Frankfurt am Main) und der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz (Berlin), Kinder- und Jugendbuchabteilung

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Edited By Bernd Dolle-Weinkauff, Hans-Heino Ewers-Uhlmann and Carola Pohlmann

Die neunzehnte Folge des Jahrbuchs widmet sich der Kinder- und Jugendliteraturforschung im transnationalen Kontext mit dem zweiten Teil von Ave Mattheus’ Studie über die estnische Kinder- und Jugendliteratur und dem Bericht über die Siegener Forschungsstelle zur europäischen Kinder- und Jugendliteratur. Andre Kagelmann befasst sich mit den vergessenen Kinderbüchern Thea von Harbous. Auch die weiteren gegenwartsbezogenen Beiträge beweisen erneut, dass auch die Erforschung des breiten Spektrums aktueller Kinder- und Jugendmedien ihren Platz haben soll, wie die Ausführungen über Kinderbuchillustration, Manga und Medienverbünde zeigen. Darüber hinaus kommen klassische Literaturgattungen zur Sprache: die zeitgeschichtliche Erzählung für junge Leser und der moderne Jugendroman mit seinen vielfältigen Ausprägungen.

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Trouvaillen zur Entstehungsgeschichte von Peterchens Mondfahrt von Gerdt von Bassewitz Eva Groth-Pfeifer (Königstein/ Ts.) Das Märchen Peterchens Mondfahrt entstand 1911/12 während eines Aufenthalts des Autors Gerdt Bernhard von Bassewitz-Hohenluckow (1878-1923) im Sanatorium Dr. Kohnstamm in Königstein im Taunus. Historische Vorbilder für die Kinderfiguren des Schauspiels sind Peter (1908-1995) und Anneliese Stella (*1900) Kohnstamm, bei denen es sich um zwei von vier Kindern des Arztes Oskar Felix Kohnstamm (1871-1917) und seiner Frau Eva, geb. Gad (1874-1963) handelte. Oskar Kohnstamm war neben seiner praktischen Arbeit auch wissen- schaftlich aktiv. In der Fachwelt ist er bis heute durch den nach ihm benannten „Kohn- stamm-Effekt“ bekannt. Seit 1903 veröffentlichte er auch Beiträge zur Kunsttheorie (der „Ausdruckslehre“) und wurde deshalb in das Philosophen-Lexikon Rudolf Eisslers aus dem Jahre 1912 aufgenommen. Sein Gesamtwerk, das 1927 posthum herausgegeben wurde, umfasst über fünfhundert Seiten. Oskar Felix Kohnstamm (1871-1917) stammte aus Pfungstadt, sein Vater war dort Teil- haber und Prokurist der Ultramarinfabrik Wilhelm Büchners, Reichstagsabgeordneter und Bruder Georg Büchners. Der Vater Moses (Moritz) Kohnstamm selbst war aus Niederwerrn in Oberbayern zugezogen. Seine Familie stammte von sephardischen Juden ab; der Vorfahr „Don Menachem na Cohen“ war von Spanien nach Süddeutschland ausgewandert. In Darmstadt war Oskar Kohnstamm ein Schulfreund der Dichter Stefan George und Karl Wolfskehl am Ge- org-Ludwigs-Gymnasium. Mit Karl Wolfskehl, dessen Vater ein Mandat als sozial- demokratischer Landtagsabgeordneter innegehabt hatte, verband Oskar Kohnstamm auch die Mitgliedschaft in der SPD, als deren Stadtverordneter er in Königstein tätig...

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