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John Howard und die Strafvollzugsreformen in Süddeutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

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Maximiliane Friederich

Die Konzeption John Howards war bis Mitte des 19. Jahrhunderts anerkannter Maßstab für humanen Strafvollzug in Süddeutschland und bereitete den Weg für die Freiheitsstrafe in ihrer heutigen Form. Zunächst werden in dieser Arbeit Strafgerichtsbarkeit und Strafvollzug in England zum Ende des 18. Jahrhunderts erläutert. Es folgen eine ausführliche Biografie Howards und die erste systematische Gesamtdarstellung seiner Forderungen für einen menschenwürdigen Strafvollzug. Beschrieben wird, wie seine Ideen in Süddeutschland rezipiert wurden. Schließlich verschafft das Buch den ersten Gesamtüberblick über die Strafvollzugsreformen in Baden, Bayern, Hohenzollern-Hechingen, Hohenzollern-Sigmaringen und Württemberg bis etwa 1860 sowie Howards Einfluss darauf.

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Fünfter Teil: Vergleich der süddeutschenStaaten und Gesamtwürdigung

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312 Das „Gesetz, betreffend die Einführung der Zellenhaft für weibliche Zucht- polizeihaus- und Arbeitshaus-Gefangene“ vom 15. Dezember 1865 entsprach mit der vorgeschriebenen nächtlichen Trennung und dem täglichen gemeinsamen Hofgang und Gottesdienst den Vorgaben Howards, der jedoch gleichzeitig davor warnte, dass absolute Einzelhaft für zu lange Zeit schädlich sein könnte. 313 Fünfter Teil: Vergleich der süddeutschen Staaten und Gesamtwürdigung I. Süddeutsche Strafvollzugsreformen im Vergleich Die Aufklärung mit ihrem Glauben an gesellschaftlichen und politischen Fort- schritt sowie ihrer Überzeugung von der Bildungsfähigkeit aller Menschen, selbst der Inhaftierten, manifestierte sich in England und Frankreich etwas früher als in Deutschland in einer Vielzahl von Publikationen. In ganz Süddeutschland, insbe- sondere in Baden und Bayern, gewann diese Bewegung schnell viele Anhänger. So setzte bereits vor 1770 das Interesse an den katastrophalen Zuständen in den Haftanstalten ein sowie die Kritik am bestehenden Strafvollzug und die Forde- rung nach humaneren Bedingungen in den Gefängnissen und Zuchthäusern. Die Philanthropen drängten in der Spätaufklärung zudem auf eine andere Bewertung des Zwecks der Strafe. Auch in Süddeutschland verbreitete sich zum Ende des 18. Jahrhunderts der Gedanke, Straftäter zu bessern und sie während der Haft auf ein späteres, sozial integriertes Leben vorzubereiten. In einem umfangreichen Schrifttum mahnte man hier wie anderswo Reformen im Strafvollzug an. Jedoch vergingen von der Idee bis zu ihrer Realisierung Jahrzehnte. Zunächst wurde der süddeutsche Strafvollzug nur punktuell durch...

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