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Fiktionen und Realitäten

Schriftstellerinnen im deutschsprachigen Literaturbetrieb

Series:

Brigitte Jirku and Marion Schulz

Speziell für Frauen haben sich die Lebens-, Arbeits- und Rahmenbedingungen im Literaturbetrieb in den letzten 60 Jahren stark verändert und der Buchmarkt ist mehr denn je von rasanten Entwicklungen bestimmt. Die Beiträge dieses Bandes untersuchen u.a. den Einfluss dieser Veränderungen auf Wertschätzung und Bewertung literarischer Arbeit von Frauen im Literaturbetrieb, die Auswirkungen von Geschlechterstereotypen in literaturkritischer Wahrnehmung und die Selbstinszenierung und die Partizipation von Schriftstellerinnen an der Vermarktung ihres Werkes. Der Sammelband bietet vom historischen Rückblick über Gegenwartsanalyse Daten zur ökonomischen Situation und Neueinschätzungen zur literarischen Rezeption von Schriftstellerinnen.

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Amazonen im Aufbruch – der Frauenbuchmarkt der 1970er-Jahre als neues Marktsegment

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Ute Schneider 1975 war das erste „Internationale Jahr der Frau“, die erste UN-Weltfrau- enkonferenz tagte in Mexico City und die UN-Generalversammlung legte die Dekade 1976-1985 als „UN Dekade der Frau“ fest� In der Bundesrepu- blik schloss das Jahr 1975 die erste Phase der neuen Frauenbewegung1 ab, die Phase, die in erster Linie durch den Kampf gegen den § 218 bestimmt war: „In dieser Phase finden sich Frauen und Frauengruppen unterschied- licher Herkunft zusammen, und das Bewusstsein der Gemeinsamkeit bildet sich heraus�“2 Das Jahr 1975 scheint das Jahr mit den meisten Initialzündun- gen in der Frauenbewegung des 20� Jahrhunderts gewesen zu sein, wie im Folgenden noch gezeigt wird� Für die Zeit ab 1975 und besonders ab 1977 organisierten sich im „gesundheits- und sozialpolitischen, im wissenschaftli- chen und Kulturbereich“3 mehr und mehr Frauen in gemeinsamen Projekten, die „den Ansatz zu einer feministischen Gegenkultur“4 bildeten� Zu dieser Gegenkultur mit annähernd autonomen Strukturen5 gehörte auch die allmähliche Herausbildung eines neuen Marktsegments in der Buch- branche. Es entstand ein spezifischer „Frauenbuchmarkt“, der ab Anfang der 1970er-Jahre, verstärkt seit der Mitte des Jahrzehnts ein Gegengewicht zur etablierten Verlagsbranche sein sollte� Die Entwicklung, strukturelle und in- stitutionelle Ausprägung und Etablierung eines Frauenbuchmarktes, der von Frauen als Autorinnen, Verlegerinnen, Buchhändlerinnen und Leserinnen als 1 „Neue Frauenbewegung“ ist in Abgrenzung zur bürgerlichen Frauenbewegung des 19� Jahrhunderts zu verstehen� 2 Zu den drei Phasen der neuen Frauenbewegung in der Bundesrepublik vgl� die Einteilung und Charakteristik der Phasen bei Herrad...

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