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Schulgeschichte in Deutschland

Von den Anfängen bis in die Gegenwart- 2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Gert Geißler

Der Autor legt eine Gesamtdarstellung zur deutschen Schulgeschichte vor. Mit der Behandlung wichtiger gesellschaftlicher Bezugsfelder der Schule rückt er Erziehungs- und Sozialisationsverhältnisse in den Blick. In der unmittelbar institutionsgeschichtlichen Dimension macht er vor allem Entwicklungen in Recht und Verwaltung der Schule, in der Schulerziehung, in den Unterrichtsfächern und im Leistungsverständnis sichtbar. Gleichermaßen dargestellt finden sich Schulalltag, Schulbau und die Schulstrukturverhältnisse. In die Betrachtung einbezogen sind außer der Pflichtschule auch die beruflichen Schulen, ebenso die Einrichtungen im Bereich der frühkindlichen Erziehung, der Sozialerziehung und der Lehrerbildung. Die Schulpolitik wird mit Blick auf das Agieren des Gesamtstaates, der einzelnen Länder, der Kirchen, von Parteien und Verbänden verdeutlicht. Es werden Bezüge zur internationalen Schulentwicklung hergestellt. Zahlreiche kommentierte Bilddokumente veranschaulichen die einzelnen Sachverhalte.

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10 Ausblicke und Bilanzen im vereintenDeutschland

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Bildungs- politische ›Wende‹ in der DDR 10 Ausblicke und Bilanzen im vereinten Deutschland Transformation im ›Beitrittsgebiet‹ Unter dem Druck der Massenproteste, die bei zunehmend kritischer Stimmungs- lage auch unter Pädagogen1 im Spätherbst 1989 schließlich das ganze Land erfasst haben, räumt wie überall auch im Bereich der Volksbildung2 das alte Füh- rungspersonal noch vor Jahresende den Posten. Das betrifft das Ministerium, die Bezirks- und Kreisschulräte, ebenso Einrichtungen der Lehrerbildung, der päda- gogischen Forschung und des Verlagswesens. Oft rücken jüngere, wenig be- kannte, auch den ›Blockparteien‹ angehörende oder demonstrativ ›gewendete‹ Personen nach. Gebrochen sind personalpolitische Kontinuitäten damit noch nicht. Nicht wenige Pädagogen beginnen sich als Regimegegner zu stilisieren, andere zeigen sich verständnislos und politisch überfordert.3 Wieder andere, insbeson- dere solche der kunsterzieherischen Fächer, spricht die Pädagogik der Waldorf- schulen4 an, man arbeitet überhaupt auf die Gründung von Schulen in freier Trä- gerschaft hin. Vor allem kirchlich gebundene Lehrer5 haben zunehmend Grund, aufzuatmen. Es treten Gruppen von Eltern, unter ihnen besonders auch Ärzte, Künstler, hervor, die sich der Schuladministration schon seit der Vorwendezeit in dieser oder jener Frage entgegengesetzt haben. Bis im Oktober 1990 die staatliche Einigung vollzogen wird, eine Zeit zwischen den Zeiten zu Ende geht, besteht mit der DDR auch das Ministerium für Volks- bildung, nun als ›Ministerium für Bildung und Jugend‹, noch fort. Im November verfügt es die sofortige Einstellung des Wehrunterrichts, stellt aber einen ›Sani- tätslehrgang‹ in...

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