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Zur Möglichkeit des unmöglichen Strafrechts

Ein Versuch über die Dissonanz im System der ultima ratio

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Frederico Figueiredo

Wie gelangen wir in einen Zustand des Strafrechts, den viele Spezialisten mit guten Gründen für unmöglich halten? Das Buch Zur Möglichkeit des unmöglichen Strafrechts beschäftigt sich mit dieser Frage und versucht auf sie anhand einer vergleichenden Analyse eine Antwort zu geben: Die Krisis des Strafrechts aus der Perspektive der sogenannten Frankfurter Schule des Strafrechts steht dabei der Kritischen Theorie gegenüber. Ausgewählte Beispiele aus der deutschen sowie der brasilianischen Geschichte, wie Sklaverei, Diktatur, Imperialismus und Nationalsozialismus, sprechen dafür, dass Wissenschaft und Barbarei oft Hand in Hand gehen können. Die üblichen Erklärungen über diesen Zustand verdeutlichen die Notwendigkeit einer radikalen Selbstkritik.

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Er trug eine Brille mit doppelten Gläsern, das äußere Glas war dunkler und auf- klappbar – das wusste Steinig, weil es gerade hochgeklappt war –, und mochte in irgendeine von hier aus nicht zu erkennende, wichtige Tätigkeit vertieft sein – Steinig hätte sich nicht gewundert, wenn sich herausgestellt hätte, dass er eine Partitur schrieb oder Miniaturen zeichnete. Imre Kertész, Fiasko Der prima facie kontradiktorische Titel der vorliegenden Studie »Zur Möglich- keit des unmöglichen Strafrechts« mag gleich am Anfang den Verdacht erwe- cken, diese Arbeit verstieße direkt gegen die ersten Regeln der wissenschaftli- chen Methode, wie beispielsweise die cartesianische clara et distinta perceptio.1 Vor solchen verfrühten Exkommunikationsversuche die Überschrift zu verteidi- gen, ist zwar notwendig, lässt sich aber nicht als die schwierigste Aufgabe einer Abhandlung dartun, sicher denn nicht, wenn man nur an einige so oft referierte Antworten darauf denkt wie die Hegel’sche in der Wissenschaft der Logik: »Ob nun wohl der Begriff nicht nur als eine subjektive Voraussetzung, sondern als absolute Grundlage anzusehen ist, so kann er dies doch nicht sein, als insofern er sich zur Grundlage gemacht hat. Das abstrakt Unmittelbare ist wohl ein Ers- tes; als dies Abstrakte ist es aber vielmehr ein Vermitteltes, von dem also, wenn es in seiner Wahrheit gefasst werden soll, seine Grundlage erst zu suchen ist.«2 Unschwer kann man den Satz, den auch Adorno in seinen Drei Studien zu Hegel noch zu erklären versucht,3 in ein noch nicht als Wissenschaft etabliertes Recht...

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