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Das iranische Familienrecht unter der besonderen Berücksichtigung der Rechte von Frauen und Kindern

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Marjam Waladan

Das Werk befasst sich mit dem geschlechtsspezifischen iranischen Familienrecht. Ob bei der Eheschließung, den Ehewirkungen, der Scheidung oder den Scheidungsfolgen, stets spielt das Geschlecht der Beteiligten eine entscheidende Rolle, da eine Fülle der iranischen Rechtsvorschriften geschlechtsspezifisch formuliert ist. Die Kenntnis dieser iranischen Rechtsvorschriften für den deutschen Rechtsanwender – ob nun Richter oder Rechtsanwalt – ist angesichts der Anzahl der iranischen Staatsangehörigen in Deutschland von besonderer Relevanz, da die Gerichte im Falle eines Auslandsbezuges stets die Anwendung ausländischer Rechtsvorschriften prüfen müssen.

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P. Die wichtigsten Reformen im iranischen Familienrecht

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Im Folgenden soll anhand einiger ausgewählter familienrechtlicher Vorschriften des IZGB veranschaulicht werden, wie sich das iranische Familienrecht durch Gesetzesänderungen im Laufe der Zeit verändert hat. Diese Reformen lassen eine Tendenz zur Verbesserung der Rechtsstellung der Frauen und Kinder im Iran erkennen. Ferner sind sie ein Beweis dafür, dass das islamisch beeinflusste iranische Recht keineswegs statisch und unveränder- bar ist, sondern, dass es auch an neue gesellschaftliche Veränderungen angepasst werden kann und, wie Yassari eindrucksvoll beschreibt, eine „Wandelbarkeit“ besitzt.561 Diese Veränderungen könnten möglicherweise die Auffassung von Dilger widerlegen, sofern er anführt, dass das islamische Recht absolute Geltungskraft genieße, grundsätzlich in seinem Kern unveränderlich und damit dem Einfluss staatlicher Gesetzgebung entzogen sei.562 In den letzten Jahren machte das iranische Familienrecht eine Fülle von Ge- setzesänderungen und Reformen durch. Daher möchte ich mich in diesem Ab- schnitt auf die wichtigsten dieser Änderungen beschränken und erläutern, wie sich die Vorschriften im Vergleich zur alten Rechtslage verändert haben. I. § 1041 IZGB § 1041 IZGB befasst sich u.a. mit dem Mindestalter für die Eheschließung. Vor der Novellierung des Gesetzes vom 17.12.2000 (27.09.1379 der iranischen Zeitrechnung) entsprach das Eheschließungsalter dem Pubertätsalter, senn-e bolu. In der Konsequenz war es einem Mädchen bereits mit der Vollendung des neunten Lebensjahres erlaubt, eine Ehe einzugehen. 561 Vgl. Yassari, RabelsZ 2009, 985, 986, 987. 562 Vgl. Dilger, ZStW 1981, 1311, 1315. 148 Sogar noch vor Erreichen des Pubertätsalters...

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