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America Romana: Perspektiven transarealer Vernetzungen

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Edited By Christine Felbeck, Andre Klump and Johannes Kramer

Als Knotenpunkt sich kreuzender Bewegungen und unzähliger Kontakte stellt bereits der Flughafen Las Américas einen Ort transarealer Vernetzungen dar. Dem hemisphärischen Verflechtungsraum widmete sich eine Ringvorlesung an der Universität Trier, deren Beiträge der Forschung zum Konzept einer transarealen America Romana weitere Konturen verleihen sowie dessen Anschlussfähigkeit und Vernetzungspotential herausstellen.

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Gefährliche Natur. Erzählte Katastrophen bei Gabriel García Márquez und Alberto Fuguet: Claudia Jünke (Bonn)

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Gefährliche Natur. Erzählte Katastrophen bei Gabriel García Márquez und Alberto Fuguet Claudia Jünke (Bonn) 1. Die Katastrophe als kulturelles Deutungsmuster Die literarische Thematisierung und Darstellung von Natur hat eine lan- ge Tradition – man denke etwa an den v.a. in der bukolischen Dichtung ausgestalteten Topos des locus amoenus, der sich auf eine idyllische Ideal- landschaft bezieht oder an die romantische Idee der Korrespondenz zwi- schen der Natur und der Seele des Individuums erinnert.1 Der vorliegen- de Beitrag befasst sich mit der Darstellung von gefährlicher Natur, ge- nauer: mit der Modellierung von Naturkatastrophen in zwei hispano- amerikanischen Romanen des 20. bzw. 21. Jahrhunderts. Der Begriff ‚Naturkatastrophe‘ bezeichnet ein extremes Naturereignis, das verhee- rende Schäden anrichtet – und zwar nicht nur in der Natur selbst, son- dern auch und v.a. im Bereich der menschlichen Zivilisation:2 Gescheh- nisse wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis, Überschwemmungen oder Wirbelstürme fordern oft viele Verletzte und Todesopfer und zer- stören die Infrastruktur der betroffenen Region. Nur wenn ein Naturer- eignis den Menschen und seine Zivilisation affiziert, kann sinnvollerwei- se von einer ‚Katastrophe‘ gesprochen werden. Max Frisch (1979, 103) hat dies in prägnanter Form herausgestellt: „Katastrophen kennt allein der Mensch, sofern er sie überlebt. Die Natur kennt keine Katastro- phen.“ Der Begriff ‚Naturkatastrophe‘ ist also streng genommen ein Oxymoron – für die Natur selbst existieren keine Katastrophen, sondern nur einschneidende Veränderungsprozesse. Die ‚Katastrophe‘ ist somit ein kulturelles Deutungsmuster, ein Modus der Interpretation von Welt, mit dem ein radikales zerst...

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