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De facto und shadow directors im englisch-deutschen Rechtsvergleich

Zugleich ein Beitrag zur Lehre vom fehlerhaften Bestellungsverhältnis und zum faktischen Organ

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Dennis Nadwornik

Diese rechtsvergleichende Arbeit behandelt die Frage, wie in der englischen und in der deutschen Rechtsordnung Personen behandelt werden, die nicht ordnungsgemäß zum director bzw. Organ einer Gesellschaft bestellt worden sind, jedoch in ähnlicher Weise auf die Gesellschaft Einfluss nehmen. Es werden die Voraussetzungen und Regelungen des de facto und shadow directors im englischen Recht und deren funktionale Äquivalente im deutschen Recht erörtert. Dabei setzt sich die Arbeit kritisch mit den deutschen Lehren vom fehlerhaften Bestellungsverhältnis und vom faktischen Organ auseinander und zeigt Parallelen und Unterschiede zum englischen Recht auf.

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B. De facto und shadow director im englischen Recht

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I. Gesetzesgrundlagen Im englischen Recht unterscheidet man neben dem ordnungsgemäß bestellten Geschäftsleiter – dem de jure director – zwischen dem de facto und dem shadow director.7 Dieses System wird verständlich, wenn man sich zunächst vergegen- wärtigt, wie in der englischen Rechtsordnung Gesellschafts- und Insolvenzrecht ausgestaltet sind. Diese Materien sind weitgehend durch Parlamentsgesetze ge- regelt. An erster Stelle steht dabei der Companies Act 2006, der allgemeine Re- gelungen für englische Kapitalgesellschaften – den sog. companies – enthält. Dort sind insbesondere in sec. 170 ff. CA 2006 Pflichten der directors geregelt.8 Daneben ist auch der Insolvency Act 1986 zu beachten, der Regelungen im Falle der Insolvenz einer englischen company auch in Bezug auf deren directors auf- weist. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das in sec. 214 IA 1986 geregelte, praktisch sehr relevante wrongful trading, wonach directors für die Fortführung einer insolventen Gesellschaft haften können.9 Schließlich ist der Company Directors Disqualifikation Act 1986 zu nennen, der es den Gerichten ermöglicht, gegen directors ein Berufsverbot auszusprechen und durchzusetzen, wenn dort genannte Voraussetzungen vorliegen, aufgrund dessen die betreffende Person nicht amtstauglich erscheint.10 7 Morse/Girvin, S. 266 ff.; Davies, S. 483 ff.; Mayson/French/Ryan, S. 468 f., 788 f.; Goode, S. 532. 8 Vertiefend zu den director duties s. Morse/Girvin, S. 297 ff.; Boyle/Birds, S. 489 ff.; Davies, S. 488 ff.; Mayson/French/Ryan, S. 516 ff.; Goode, S. 512 ff.; Torwegge, Treue- und Sorg- faltspflichten, S. 46 ff., 154 f.; Höfling, Das englische internationale Gesellschaftsrecht, S. 138 ff., 230 ff...

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