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De facto und shadow directors im englisch-deutschen Rechtsvergleich

Zugleich ein Beitrag zur Lehre vom fehlerhaften Bestellungsverhältnis und zum faktischen Organ

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Dennis Nadwornik

Diese rechtsvergleichende Arbeit behandelt die Frage, wie in der englischen und in der deutschen Rechtsordnung Personen behandelt werden, die nicht ordnungsgemäß zum director bzw. Organ einer Gesellschaft bestellt worden sind, jedoch in ähnlicher Weise auf die Gesellschaft Einfluss nehmen. Es werden die Voraussetzungen und Regelungen des de facto und shadow directors im englischen Recht und deren funktionale Äquivalente im deutschen Recht erörtert. Dabei setzt sich die Arbeit kritisch mit den deutschen Lehren vom fehlerhaften Bestellungsverhältnis und vom faktischen Organ auseinander und zeigt Parallelen und Unterschiede zum englischen Recht auf.

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D. Resümee der wichtigsten Ergebnisse

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I. De facto director im englischen Recht Aufgrund der weit gefassten Definition für directors im englischen Recht fällt unter dieser Definition auch der de facto director.872 Vom Begriff des de facto directors ist sowohl ein fehlerhaft bestellter director als auch eine Person, die sich wie ein director verhält, ohne dazu überhaupt bestellt worden zu sein, um- fasst. Dieses weitreichende Verständnis von einem director wird damit begrün- det, dass die Gesellschaft und die Öffentlichkeit auf diese Weise vor Einfluss- nahme von Personen, die sich wie directors verhalten, ausreichend geschützt werden können.873 Voraussetzung für einen de facto director ist zunächst, dass er Geschäftsfüh- rungsaufgaben wahrnimmt, wobei es auch ausreicht, dass er diese Aufgaben nur zeitweise und nur in Teilbereichen ausübt.874 Ferner muss der de facto director gleichberechtigt mit anderen directors Geschäftsführungsaufgaben wahrnehmen, was bedeutet, dass er real influence auf die Gesellschaft ausüben bzw. – konkre- ter formuliert – dass er eine entsprechende Entscheidungsgewalt wie ein ord- nungsgemäß bestellter director haben muss.875 Sogar juristische Personen876 und Minderjährige877 können diese Voraussetzungen erfüllen. Liegen die Vorausset- zungen vor, wird der de facto director ausnahmslos genauso wie ein de jure director behandelt.878 872 S. sec. 250 CA 2006; sec. 251 IA 1986; sec. 22 (4) CDDA 1986. 873 S.o. B. II. 1. 874 S.o. B. II. 2. a). 875 S.o. B. II. c). 876 S.o. B. II. d). 877 S.o. B. II. e). 878 S.o. B. II. 1. 196 II....

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