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Geschlechtsunterschiede bei motivationalen Faktoren im Kontext des Englischunterrichts

Eine empirische Studie zu Motivation, Selbstkonzept und Interesse im Fach Englisch in der Sekundarstufe I

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Stefanie Fuchs

In der Studie werden ausgewählte Erklärungsansätze zur Entstehung psychologischer Geschlechtsunterschiede argumentativ gegenübergestellt und mit schulischen Interessenunterschieden verknüpft. Die quantitative Befragungsstudie erfasste, zur Beantwortung der Frage nach Geschlechtsunterschieden im vermeintlich mädchenorientierten Englischunterricht, verschiedene motivationale Merkmale der Jugendlichen gegenüber dem Fach insgesamt, den Kompetenzbereichen und ausgewählten fiktiven Unterrichtsabläufen. Im Ergebnis zeigen sich keine einheitlichen Geschlechtsunterschiede zugunsten der Mädchen, was interessante Schlussfolgerungen im Hinblick auf die Verwertung der Befunde in Theorie und Praxis zulässt.

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2 Einleitung

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Sind Mädchen tatsächlich die besseren Fremdsprachenlerner? Schaut man sich die Ergebnisse der Kompetenztests oder selbst Zeugnisnoten an, wird man schnell feststellen: Natürlich sind Mädchen den Jungen hinsichtlich ihrer sprach- lichen und fremdsprachlichen Leistungen voraus (vgl. VBW, 2009). Das ent- spricht auch der Meinung vieler Eltern und Lehrkräfte. Die viel diskutierten Be- funde der nationalen und auch internationalen Vergleichsstudien zu Ge- schlechtsunterschieden in Bildung und Bildungsverläufen scheinen dies nicht nur zu bestätigen, sondern sie zeigen immer wieder auf, dass trotz mehrerer Kampagnen entgegen der Geschlechtersegregation die stereotype Verteilung von Mädchen und Jungen bzw. Männern und Frauen in den schulischen Wahl- pflichtfächern oder –kursen, Ausbildungszweigen und Berufen weitestgehend bestehen bleibt (vgl. Faulstich-Wieland, 2004; Steber & Schurt, 2009). Da sich geschlechtsspezifische Interessenstrukturen bereits im Kleinkindalter entwi- ckeln, wirken diese auf Vorlieben der Mädchen und Jungen schon in der Grund- schule u. a. auf das Interesse an verschiedenen Fächern, Freizeitaktivitäten und Einstellungen gegenüber bestimmter Themen und Tätigkeiten (vgl. z. B. Da- niels, 2008, Maccoby, 2000; Todt, 2000). Bei der Herausbildung geschlechtsty- pischer Präferenzen spielt die Sozialisation durch Eltern und Erziehungsberech- tigte eine wesentliche Rolle, da Verhaltensweisen und Kommunikationsmuster, die als typisch weiblich bzw. männlich gelten, den Kindern entsprechend ihres Geschlechts präsentiert werden (vgl. z. B. Eccles, Jacobs & Harold, 1990). Ge- schlechtsrollenkonformes Verhalten verstärkt sich in der Pubertät, da es gerade in dieser Entwicklungsphase Mädchen und Jungen besonders wichtig ist, sich zu einer (meist die...

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