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Innenentwicklung – Fach- und Rechtsfragen der Umsetzung

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Edited By Stephan Mitschang

Innenentwicklung sowie Klimaschutz und Klimaanpassung sind die wichtigsten Themenstellungen für die Stadt- und Regionalplanung in den nächsten Jahrzehnten. Mit den Novellierungen des Baugesetzbuches in den Jahren 2011 und 2013 wurde diesen Aufgaben Rechnung getragen. Die Planungspraxis steht nun vor vielfältigen Fragestellungen, unter anderem in Bezug auf die Bewertung von Planungs- und Durchsetzungsinstrumenten, die Bedeutung von Sanierungs- und Stadtumbaumaßnahmen, die Anforderungen an informelle Planungskonzepte, den Umgang mit Lärmschutz und den Flächenverbrauch. Diese Fragen wurden im Rahmen der wissenschaftlichen Fachtagung Innenentwicklung – Fach- und Rechtsfragen der Umsetzung vorgestellt und diskutiert. Der Tagungsband dient der Planungspraxis als Handreichung für die Bewältigung einer am Leitbild der Innenentwicklung ausgerichteten nachhaltigen Stadtentwicklung.

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Beschränkt der Lärmschutz die Innenentwicklung?: Olaf Reidt

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243 Beschränkt der Lärmschutz die Innenentwicklung? Olaf Reidt I. Einführung Störungen durch Lärm und vor allem auch auf Lärm zurückzuführende potenzielle Gesundheitsbeeinträchtigungen sind ein nicht nur rechtlich, lärmmedizinisch und lärmpsychologisch, sondern auch ganz allgemein gesellschaftspolitisch häufig dis- kutiertes Thema. Dies betrifft die unterschiedlichen Lärmverursacher – insbeson- dere Gewerbe, Verkehr, Sportanlagen, Freitzeiteinrichtungen, Kindertagesstätten usw. – in mehr oder minder gleichem Maße. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Ein Grund dafür liegt sicherlich darin, dass besonders viele Aktivitäten mit Lärmimmis- sionen verbunden sind und sie von nahezu jedem mehr oder minder deutlich un- mittelbar wahrgenommen werden können. Dies unterscheidet Lärm von zahlrei- chen anderen Immissionen, etwa von Luftschadstoffen (mit Ausnahme von Gerü- chen, vgl. § 3 Abs. 2 BImSchG). Gleichzeitig ist jedoch vielfach eine räumliche Nä- he auch zu den Nutzungen gewünscht, die mit Lärmimmissionen verbunden sind. Gerade in Zeiten einer alternden Gesellschaft ist – spätestens seit der Charta von Leipzig – eine Stadt der kurzen Wege ein allgemein anerkanntes und rechtspolitisch gefördertes Ziel, dass auch gesellschaftlich weitestgehend mit getragen wird – je- denfalls wenn und soweit es um von dem Einzelnen akzeptierte oder von ihm in der konkreten Situation gewünschte und dementsprechend akzeptierte Lärmquellen geht. Auch ökologische Gesichtspunkte, insbesondere ein ansonsten unvermeidba- rer zusätzlicher Flächenverbrauch (vgl. § 1a Abs. 2 BauGB), sprechen gegen eine Lösung von Immissionskonflikten allein durch eine räumliche Trennung. Der Bun-...

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