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Contending Forces

Romantraditionen amerikanischer Schriftstellerinnen, 1850-1900

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Sabina Matter-Seibel

Die Untersuchung zeigt eine kontinuierliche Entwicklung von Traditionslinien weiblichen Schreibens in den USA von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Ära der New Woman auf. Diese Übergangsphase ist von Contending Forces bestimmt: Die Autorinnen bewegen sich in einem Spektrum zwischen subversiver Nutzung des weiblichen Literaturkonstrukts der Domestic Novel für proto-feministische Zwecke und Protest gegen die bestehenden Beschränkungen sowie Abkehr von herrschenden kulturellen und literarischen Werten und Mustern. Die Analyse der 17 behandelten Werke verdeutlicht die verschiedenen Formen der Loslösung von der Ideologie der Separate Spheres, bei der Identitätsbildungen aufgrund von Gender, Class und Race aufgebrochen werden. Die Ermächtigung, die Frauen aus dem moralisch überhöhten Bild der True Woman ableiten, zeigt sich vor allem in der weiblichen Reformliteratur, im fürsprechenden Schreiben für Unterschicht und ethnische Gruppen. Schwarze Autorinnen nutzen das weibliche Literaturkonstrukt, um für die afroamerikanische Emanzipation zu kämpfen, das Format konterkariert jedoch die politischen Ziele der Werke. Zu Ende dieser Herstory weiblichen Literaturschaffens befreien sich die Autorinnen von den Restriktionen der Frauenliteratur, verzichten aber damit auch auf ihre reformerische Autorität.

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5 Afroamerikanische Variationen

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5.1 Afroamerikanische Autorinnen im 19. Jahrhundert Zu den Romanen weißer Fürsprecherinnen gesellen sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend Texte schwarzer Autorinnen. Den ersten Höhepunkt afroamerikanischer literarischer Produktion im 19. Jahrhundert bildeten die zwischen 1845 und 1862 im Zuge der Abolitionistenbewegung veröffentlichten slave narratives. Dabei handelte es sich überwiegend um kurze, meist von weißen Männern oder Frauen niedergeschriebene Schilderungen vom Leben in der Sklaverei und der Flucht nach Norden. Obwohl die größte Zahl dieser Erzählungen von Männern verfasst wurde, erreichten auch kollaborative Autobiographien ehemaliger Sklavinnen wie Narrative of Sojourner Truth, A Northern Slave (1850) und Scenes in the Life of Harriet Tubman (1869) einen hohen Bekanntheitsgrad bei der weißen und schwarzen Leserschaft. Einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Roman bildeten von schwarzen Frauen selbst verfasste fiktionalisierte Berichte autobiographischer Natur. Nur die Werke von Harriet E. Wilson, Our Nig; or, Sketches from the Life of a Free Black, In A Two-Story White House, North. Showing That Slavery's Shadows Fall Even There. By "Our Nig" (1859), und von Harriet Jacobs, Incidents in the Life of a Slave Girl. Written by Herself (1861), erreichen Buchlänge.352 Nach dieser Phase des von abolitionistischen Erzählmustern beeinflussten autobiographischen Romans wurden in den Jahren nach dem Bürgerkrieg bis etwa 1885 nur wenige literarische Texte von afroamerikanischen Autorinnen publiziert. Erst um 1890 nahm die Zahl der veröffentlichten Gedichte, Kurzge- schichten und Romane sprunghaft zu. Die meisten Titel, die in der renommier-...

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