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Contending Forces

Romantraditionen amerikanischer Schriftstellerinnen, 1850-1900

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Sabina Matter-Seibel

Die Untersuchung zeigt eine kontinuierliche Entwicklung von Traditionslinien weiblichen Schreibens in den USA von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Ära der New Woman auf. Diese Übergangsphase ist von Contending Forces bestimmt: Die Autorinnen bewegen sich in einem Spektrum zwischen subversiver Nutzung des weiblichen Literaturkonstrukts der Domestic Novel für proto-feministische Zwecke und Protest gegen die bestehenden Beschränkungen sowie Abkehr von herrschenden kulturellen und literarischen Werten und Mustern. Die Analyse der 17 behandelten Werke verdeutlicht die verschiedenen Formen der Loslösung von der Ideologie der Separate Spheres, bei der Identitätsbildungen aufgrund von Gender, Class und Race aufgebrochen werden. Die Ermächtigung, die Frauen aus dem moralisch überhöhten Bild der True Woman ableiten, zeigt sich vor allem in der weiblichen Reformliteratur, im fürsprechenden Schreiben für Unterschicht und ethnische Gruppen. Schwarze Autorinnen nutzen das weibliche Literaturkonstrukt, um für die afroamerikanische Emanzipation zu kämpfen, das Format konterkariert jedoch die politischen Ziele der Werke. Zu Ende dieser Herstory weiblichen Literaturschaffens befreien sich die Autorinnen von den Restriktionen der Frauenliteratur, verzichten aber damit auch auf ihre reformerische Autorität.

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6 "Contending Forces": Traditionslinien weiblichen Schreibens

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Die Untersuchung zeigt eine kontinuierliche Entwicklung von Traditionslinien weiblichen Schreibens von der Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf. Ein radikaler Bruch in der letzten Dekade des 19. Jahrhunderts, wie ihn beispiels- weise Elizabeth Ammons in Conflicting Stories und Elaine Showalter in Sister's Choice: Tradition and Change in American Women's Writing vertreten, ist nicht festzustellen. Die Übergangsphase zwischen den "Feminine Fifties" und der Ära der new woman, die in der Forschung wenig Beachtung gefunden hat, erscheint als wesentliche Periode des Wandels. Den zwischen 1860 und 1890 verfassten Werken wurde deshalb besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Verschiedene Traditionen weiblichen Schreibens und die damit verbundenen Themenkom- plexe, narrativen Techniken, rhetorischen Konstrukte und auktorialen Inten- tionen lassen sich über die gesamte Phase verfolgen und wirken teilweise bis ins 20. Jahrhundert nach. Sie sind einem ständigen Wandel unterworfen, in dem sich Veränderungen im Gesellschaftsgefüge und im Alteritätsdiskurs spiegeln. Die Entwicklung führt vom Konstrukt einer weiblichen Literatur, das sich zu Mitte des 19. Jahrhunderts etabliert hatte, hin zu einer Eingliederung in nicht mehr nach Geschlechtern geteilte Literaturbereiche zu Ende des Jahrhunderts. Die Entwicklung ist nicht durchgängig linear, sondern wird von "Contending Forces" (Hopkins) bestimmt: Die Autorinnen bewegen sich in einem Spektrum zwischen subversiver Nutzung des Literaturkonstrukts für proto-feministische und matrifokale Zwecke auf der einen Seite und Protest gegen die auferlegten Beschränkungen sowie Abkehr von herrschenden kulturellen und literarischen Werten und Mustern auf der anderen Seite. Die Verinnerlichung dominanter Vorstellungen und die Teilhabe von Frauen an kulturellen und soziopolitischen...

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