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Heroisches Elend - Misères de l’héroïsme - Heroic Misery

Der Erste Weltkrieg im intellektuellen, literarischen und bildnerischen Gedächtnis der europäischen Kulturen - Teil 1 und 2 - La Première Guerre mondiale dans la mémoire intellectuelle, littéraire et artistique des cultures européennes- 1 ère

Edited By Gislinde Seybert and Thomas Stauder

100 years after the outbreak of World War I, this book sheds a new light on the war’s intellectual, literary and artistic traces in the collective memories of the European nations.
100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs schaut dieser Band auf dessen intellektuelle, literarische und bildnerische Spuren im Gedächtnis der europäischen Nationen.
100 ans après le déclenchement de la Seconde Guerre Mondiale, ce livre jette un regard sur les traces intellectuelles, littéraires et artistiques de cette guerre dans la mémoire des nations européennes.

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2. Das symbolische Kapital der Intellektuellen

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Le Capital symbolique des intellectuels The Symbolic Capital of the Intellectuals 2. 1 Divergierende Haltungen zum Krieg bei den europäischen Intellektuellen Attitudes divergentes face à la guerre chez les intellectuels européens Diverging attitudes towards war among European intellectuals Renate Lunzer Guerra buona – guerra bella – guerra giusta? Ein Blick auf Italien am Vorabend des Ersten Weltkriegs Das Königreich Italien schloss bekanntlich 1882 mit Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich den Dreibund und verlängerte ihn in der Folgezeit mehrmals. Dennoch zog es sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs unter der konservativen Regierung Salandra auf eine neutralistische Position zurück und erklärte schließlich im Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg (die Kriegserklärung an das Deutsche Reich erfolgte erst im August 1916), den es unter gewaltigen Menschenopfern an der Seite der Entente ausfocht. Es fielen etwa 700.000 regnicoli („Reichsitaliener“), was ungefähr der Bevölke- rungszahl der noch von Österreich beherrschten „unerlösten“ Gebiete gleichkam. Im (geheimen) Londoner Abkommen vom April 1915 war Itali- en unter anderem der Gewinn des Trentino, von Südtirol, Triest, Görz- Gradisca, Istrien und der Provinz Dalmatien zugesichert worden. Damit konnten sich die mit den Mittelmächten auf diplomatischem Wege bereits ausgehandelten beträchtlichen („parecchio“) Landgewinne nicht messen und die besonnene Politik des linksliberalen Ex-Ministerpräsidenten Giovanni Giolitti, der Dauer und Schwere des Konflikts realistischer voraussah als andere und das schlecht gerüstete Land aus dem Krieg heraushalten wollte, war gescheitert. Die dynamische Minderheit der Kriegsbefürworter, der sogenannten „Interventionisten“, von den Großkapitalisten...

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